Twitter-Foto

Aus dem Weltall betrachtet ist Berlin noch immer geteilt

Die beiden historischen Teile der Hauptstadt sind (noch) mit unterschiedlicher Leuchttechnik ausgestattet. Das sieht man sogar von der Internationalen Raumstation aus, wie ein Twitter-Foto zeigt.

Mit 53 Jahren gehört der kanadische Astronaut Chris Hadfield zur älteren Generation in seiner Zunft. Sein reicher Erfahrungsschatz dürfte ein Grund dafür sein, dass er derzeit der Kommandant der Internationalen Raumstation ist.

Nichtsdestotrotz hat der Maschinenbauer und einstige Kampf- und Testpilot auf dem jungen Kommunikationsmedium Twitter Hunderttausende von Followern. Grund dafür sind seine Tweets aus rund 400 Kilometern Höhe mehrmals täglich und die vielen Fotos von unserem Planeten, die er aus dem Orbit schickt.

Nun hat Hadfield seinen irdischen Twitter-Freunden auch eine Nachtaufnahme von Berlin gesendet. Ihm fällt auf, dass die Stadt von oben betrachtet noch nicht vereinigt ist. „Ich glaube, die Glühbirnen zeigen noch immer die Ost-West-Teilung“, twittert er.

Der Senat will stadtweit LED-Leuchten installieren

Und tatsächlich leuchtet der Westteil etwas heller und vor allem in mehr bläulich-weißem Farbton, der Ostteil dagegen eher in einem warmen Licht. Spontan könnte man annehmen, moderne LED-Leuchten im Westen und Glühlampen älteren Typs im Osten wären die Ursache der unterschiedlichen Lichtverhältnisse.

Doch diese Annahme ist falsch. In beiden Hälften der Stadt sind die hocheffizienten, aber noch teuren LED kaum verbreitet. Vielmehr wurden im Ostteil Natriumdampflampen verwendet – die leuchten in warmem Gelbton. Im Westteil nutzte und nutzt man dagegen Quecksilberdampflampen und Leuchtstoffröhren – die leuchten in kühlem Weiß.

Nach und nach soll die bestehende Beleuchtung ersetzt und somit vereinheitlicht werden. Die Stadt möchte, dass überall die weißen LED-Leuchten Einzug halten. Bis Berlin allerdings einheitlich weiß ins All strahlt, dürften noch einige Jahrzehnte vergehen.

( wom )