Dubiose Angebote

Wie Betrüger im Internet abkassieren wollen

Kriminelle locken in E-Mails mit dem schnellen Geld. Doch die Angebote sind immer illegal. So schützen Sie sich vor den Internetbetrügern.

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„Arbeit für Dich“ oder „Nebenverdienst mit wenig Aufwand“ – millionenfach landen Mails mit solchen Lockrufen in den Postfächern von Online-Nutzern. Das Versprechen ist immer das gleiche: schnelles Geld für wenig Aufwand.

Das hat nur einen Haken: Diese Angebote sind illegal. Es geht immer um Betrug und Geldwäsche. Im schlimmsten Fall drohen bis zu drei Jahre Haft.

Die Aufgabe für den „Finanzagenten“ oder „Transaktionsmanager“ scheint simpel: Der Arbeitgeber überweist eine größere Summe Geld auf das Konto des Mitarbeiters. Dieser darf 20 Prozent des Geldes als Provision behalten, den Rest überweist er auf ein anderes Konto weiter. Oft genug nutzen die Betrüger aber einfach die Gutmütigkeit ihrer Opfer aus. Hier die gängigsten Tricks:

Romance-Skimming: Auf Partnerschafts- und Dating-Seiten im Internet suchen Betrüger nach Opfern, die für sie Geldbeträge über das eigene Konto weiterleiten sollen. Die Basis ist Vertrauen: Erst wird das Opfer durch Mails und Zuneigungsbekundungen eingewickelt, am Ende wandern mit den absurdesten Begründungen enorme Geldbeträge über das Konto des Opfers. Schon aus Scham gehen viele nicht zur Polizei.

Die neueste Masche: Personen mit Migrationshintergrund werden von Landsleuten angesprochen, ob sie ihr Konto für den Transfer von Geld zur Verfügung stellen. Angeblich ist ein Verwandter im Ausland krank, dem geholfen werden soll. Unter „Landsleuten“ ist das Vertrauen oft groß – aber für diese Geldgeschäfte nicht angebracht.

Angeblicher Überweisungsfehler: Kriminelle überweisen Geld aus illegalen Machenschaften an das Opfer. Die Betrüger nehmen Kontakt auf, weil das Geld angeblich für einen Freund im Ausland bestimmt gewesen und durch einen Fehler auf dem Konto gelandet sei. Der Kontoinhaber wird gebeten, das Geld einfach an den Freund weiterzuleiten. Damit wird der Kontoinhaber Teil des Geldwäscheprozesses. Polizei und Banken weisen darauf hin, Rücküberweisungen nur auf das Ursprungskonto zu veranlassen.

Kontovermietung: Getarnt als Nebenjob, soll ein Interessent ein Konto eröffnen. Die Daten werden an die Betrüger weitergegeben, die dann munter und gefahrlos Geld transferieren könne. Ihre Namen tauchen im Geldwäscheprozess nie auf, nur der des Betrogenen. Die Kontodaten werden zudem benutzt, um betrügerischen Onlineshops, die angeblich hochwertige Elektronik vertreiben, einen seriösen Anstrich zu geben. Der echte Kontoinhaber wird als Strohmann benutzt. Die Betrüger verschwinden, sobald die Shop-Kunden ihre Waren bezahlt haben, die sie nie bekommen werden.

Paket- oder Warenagent: Vorsicht ist auch geboten, wenn man als Mitarbeiter Päckchen entgegennehmen soll, um die Ware – meist hochwertige Elektronikartikel – umzupacken und an eine dritte Adresse weiterzuschicken. Die Produkte stammen fast immer aus betrügerischen Internetauktionen oder Diebstählen und werden meist im Ausland weiterverkauft. Um der Sache einen seriösen Anstrich zu geben, bekommt der Warenagent oft einen Arbeitsvertrag. Doch die Betrüger verschwinden so schnell im Internet, wie sie daraus aufgetaucht sind, und die Verträge sind vollkommen wertlos.

Selbstanzeige: Wer als leichtgläubiger Kontoinhaber auf eine der vielen Betrugsmaschen hereingefallen ist, dem bleibt nur der Gang zur Polizei, sagt Rechtsanwalt Kager. Um den Betrüger anzuzeigen und sich selbst. Denn um möglich straffrei oder mit niedrigem Strafmaß aus der Sache herauszukommen, sei es ratsam, selbst den Kontakt zur Polizei zu suchen.