China

DNA-Analyse soll Rätsel um Superkrieger lösen

Cao Cao – die Heldentaten des Herrschers kennt in China jedes Kind: Ende vergangenen Jahres wurde in Zentralchina ein Grab entdeckt, in dem der Kriegsherr angeblich seine letzte Ruhe fand. Mit Hilfe einer Gen-Analyse prüfen Chinesische Wissenschafter nun, ob Cao Cao wirklich dort beerdigt wurde.

Foto: AFP

Kein Weg ist chinesischen Wissenschaftlern zu weit, um das jahrtausendealte Rätsel um den legendären Kriegsherren Cao Cao zu lösen. „Wir nehmen derzeit DNA-Proben von Cao Caos Nachkommen im ganzen Land“, sagte Anthropologie-Professor Li Hui am Dienstag vor Journalisten in Shanghai. Die Analyse soll ergeben, ob ein in Zentralchina entdecktes Grab tatsächlich das des legendären Cao Cao ist. Das Grab liegt in der Provinz Henan unweit des Gelben Flusses. Dort regierte Cao Cao das Königreich Wei von 208 bis 220.

Die Experten werden Hunderte von Proben nehmen müssen, um den genetischen Code im Y-Chromosom zu ermitteln, der von Vater zu Sohn weitergegeben wird. „Wenn wir dann einen DNA-Test an dem ausgegrabenen Schädel vornehmen und die DNA zu der von Caos Nachkommen passt, können wir bestimmen, dass das Grab von Cao Cao ist“, sagte Li. Die Entdeckung des Grabs im Dezember ist zwischen Experten allerdings hochumstritten, viele stellen die Echtheit der Überreste in Frage.

Der Historiker Han Sheng versichert beispielsweise, Cao Cao habe 72 Scheingräber einrichten lassen, damit niemand seine letzte Ruhestätte finden kann.

Die Legenden um Cao sind chinesisches Volksgut, seine Heldentaten sind in dem Roman „Die drei Reiche“ aus dem 14. Jahrhundert verewigt, der als größtes literarisches Werk Chinas gilt. Auch in Opern, Videospielen und Kinofilmen kommt Cao vor. Nicht alle seine möglichen Nachkommen sind allerdings von der Idee begeistert, ihre DNA überprüfen zu lassen.

Cao Mingxu, ein 22-jähriger Student an der Außenhandelsschule von Shanghai sagte der Zeitung „Shanghai Daily“, er halte die Idee für „lächerlich“. „Wollen die Forscher damit sagen, ich sei ein Nachfahre von Cao Cao, nur weil ich zufällig Cao heiße?“