Internet-Fälschung

Nutzer des Internet-Explorer sind doch nicht blöd

Alles falsch: Internet-Explorer-Nutzer sind nicht dümmer als andere. Die Microsoft-Software ist blöd, fand und findet Programmierer Tarandeep Gill. Und darum hat er die falsche Studie eines falschen Forschungsunternehmens veröffentlicht.

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Zahlreiche Medien – auch Morgenpost online – haben in den vergangenen Tagen über eine Studie (PDF berichtet, wonach Nutzer des Microsoft-Browsers Internet Explorer einen besonders geringen Intelligenzquotienten aufweisen. Die Studie war eine Fälschung: Auf der Website des angeblichen Forschungsunternehmens Aptiquant wurde jetzt eine Erklärung dazu veröffentlicht.

Programmierer Tarandeep Gill hat die besagte Seite aufgesetzt. Er schreibt in einer Mitteilung, dass es ihm mit der Aktion darum gegangen sei, auf technische Probleme des Internet-Explorers von Microsoft hinzuweisen – und Internetnutzer dazu zu bringen, die Software nicht mehr einzusetzen. Ihn habe vor allem geärgert, dass die Software in mehreren ihrer Versionen nicht mit Internet-Standards kompatibel ist. Das habe er mit der Aktion thematisieren wollen.

Über die technischen Unzulänglichkeiten der Microsoft-Browsersoftware lässt sich auch die Pressemitteilung des angeblichen Forschungsunternehmens Aptiquant aus, wo gar von einer „Verschwörung“ bei Microsoft die Rede ist. „Ich bin davon ausgegangen, dass ich ziemlich schnell enttarnt werden würde“, so Gill. Denn man hätte schnell merken können, das etwas nicht stimmte: Inhalte und Grafiken stammten offensichtlich von der Internetseite des Unternehmens Central Test . Die angegebenen Adresse existiert nicht. Die Website von Aptiquant gibt es erst seit Anfang Juli, während das Unternehmen laut Pressemitteilung bereits seit 2006 existiert – und so fort.

In der angeblichen Studie hatte es geheißen, dass insgesamt 100.000 Personen untersucht worden seien. Nutzer der alten Internet-Explorer-Version 6 hätten demnach einen Intelligenzquotienten von durchschnittlich 80. Nutzer des Internet Explorer 8 kämen auf etwas über 90. Diejenigen dagegen, die Browser wie Firefox, Chrome und Opera in Gebrauch haben, seien im Schnitt auch intelligenter.