Nordengland

Weltgrößter Gladiatoren-Friedhof entdeckt

Foto: AFP

Archäologen haben in England 80 Skelette von robusten Männern ausgegraben: Die brachialen Verletzungen der Skelette weisen auf Kämpfer hin.

Britische Archäologen haben den vermutlich weltweit am besten erhaltenen Gladiatoren-Friedhof entdeckt. Forscher der Archäologischen Stiftung von York im Norden Englands gruben nach eigenen Angaben rund 80 Skelette aus, die ungefähr aus der Zeit zwischen dem ersten und vierten Jahrhundert vor Christus stammen.

Wie die Archäologen in London mitteilten, wurden viele der Bestatteten offenbar geköpft oder hatten andere schwere Verletzungen, wie sie bei Gladiatorenkämpfen im Alten Rom üblich waren.

Gerichtsmedizinische Untersuchungen der University of Central Lancashire hätten außerdem ergeben, dass die meisten Skelette von überdurchschnittlich großen und robusten Männern stammen. Stark ausgeprägte rechte Arme wiesen auf regelmäßigen Waffengebrauch hin.

Dass sie „mit gewissem Respekt beerdigt“ wurden, sei ein weiteres Indiz dafür, dass es sich um die sterblichen Überreste von Gladiatoren handelt, sagte der Leiter der Untersuchung, Kurt Hunter-Mann.

Außerdem weise eine riesige Bisswunde an einem der Skelette, möglicherweise verursacht von einem Löwen oder Tiger, auf Kämpfe in einer Arena hin. Trotzdem müsse noch untersucht werden, ob es sich nicht etwa um Soldaten oder Kriminelle handle, sagte Hunter-Mann.

Gladiatoren waren Berufskämpfer im Alten Rom, die in öffentlichen Arenen gegeneinander oder gegen große Tiere kämpften. In dem Gebiet in York, in dem jetzt die Skelette entdeckt wurden, starteten bereits 2004 Ausgrabungsarbeiten.

( AFP/OC )