Biologie

Abgetrennte Geckoschwänze verwirren Angreifer

Geckos und Eidechsen haben im Laufe der Evolution eine phänomenale Überlebensstrategie entwickelt: Nicht nur, dass sie sich bei der Flucht vor einem Angreifer von ihrem Schwanz trennen – der Schwanz kann US-Forschern zufolge noch bis zu 20 Minuten vor dem Feind herumtanzen und ihn ablenken.

Foto: picture-alliance / Photoshot / pa

Er ermöglicht eines der pfiffigsten, aber auch aufwendigsten Täuschungsmanöver, die das Tierreich zu bieten hat: der Schwanz der Eidechsen und Geckos.


Geraten Eidechsen in Gefahr, so opfern sie ihren Schwanz. Ringmuskeln ermöglichen es, die letzten sechs Wirbel des Schwanzes schnell abzuschnüren.


Bei Geckos muss der Feind erst auf den Schwanz drauftreten, bis er abreißt. Doch ob Gecko oder Eidechse, in beiden Fällen zappelt der abgeworfene Schwanz autonom. Feinde werden von der Beute abgelenkt.


Nun berichten Forscher der Universitäten Calgary und South Carolina im Journal „Biology Letters“, dass sie das Verhalten des abgetrennten Körperteils genau studiert haben. Und offenbar führt die einsame Schwanzspitze ein gar nicht so simples Eigenleben.


Die Biologen berichten, dass – je nach sensorischem Input – der Schwanz nicht nur rhythmisch hin- und herzappeln, sondern dass er auch eine Art Rad schlagen und bis zu drei Zentimeter in die Höhe hüpfen kann.


Nach etwa 20 Minuten versiegt dann die Energie für dieses kopflose Treiben. Die Forscher schreiben, dass das Studium dieses nicht länger von höheren Nervenzellen gesteuerten Körperteils Rückschlüsse für die Therapie von Wirbelsäulenverletzungen ermöglicht. Allerdings seien dazu noch weitere Studien nötig.

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