Gentechnik

Eine Supertomate bleibt 30 Tage länger frisch

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: picture-alliance / maxppp / pa

Forscher haben eine Tomate gezüchtet, die wochenlang knackig bleibt. Sie haben das Gemüse so verändert, dass es viel langsamer reift. Wird demnächst frisches Gemüse auf der Raumstation serviert, oder löst sich das Welthungerproblem? Wohl kaum. Warum die Gen-Tomaten nicht für den Supermarkt erfunden wurde.

Sie können nicht von der Tomate lassen. Diesmal sind es indische Molekularbiologen, die das rote Gemüse gentechnisch manipuliert haben, sodass es länger prall und somit schön schnittfest bleibt. Rund zwei Wochen ist eine normale Tomate lagerfähig, die neue Kreation aber bis zu 45 Tage, berichtet Vijaykumar Meli vom National Institute of Plant Genome Research in New Delhi in der US-Fachzeitschrift „Proceedings“.

Den indischen Wissenschaftlern kam es zunächst darauf ankam, Enzyme zu identifizieren, die für den Reifeprozess der Tomate verantwortlich sind. Sie entdeckten dabei die alpha-Mannosidase und die beta-D-N-Acetylhexosaminidase, die Bestandteile der Zellwand zersetzen. Das macht die Früchte weich. Der Nachweis gelang ihnen, indem sie mit gentechnischen Methoden die beiden Enzyme lahmlegten.

Die Inder sind allerdings nicht die Ersten, denen die Entwicklung einer besonders lange haltbaren Tomate gelang. Anfang der 90er-Jahre hatten die Briten eine genmanipulierte Tomate vorgestellt, bei der ebenfalls ein die Zellwände abbauendes Enzym ausgeschaltet worden ist. Diese „Gen-Tomate“ kam 1994 in den USA und zwei Jahre später in Großbritannien auf den Markt. Flavr Savr hieß die Schöpfung, und sie war ein Verkaufsschlager – bis die Gegner der Gentechnik 1999 eine Kampagne starteten, die ein Riesenerfolg wurde und bis heute die ablehnende öffentliche Meinung zu genmanipulierten Lebensmitteln beeinflusst

Gentechnisch veränderte Lebensmittel müssen in der Europäischen Union und den USA zugelassen werden, bevor sie im Laden verkauft werden dürfen. Derzeit sind in der EU nach Angaben von transgen.de keine derartig gezüchteten Tomaten auf dem Markt. Dies gelte auch für aus Tomaten hergestellte Produkte wie Tomatenmark. Transgen.de ist ein Internet-Portal, das 1997 mit Hilfe von öffentlichen Geldern ins Leben gerufen wurde. Derzeit erhält es nach eigenen Angaben keine öffentlichen Zuschüsse mehr, sondern finanziert sich über Spenden und Zuwendungen unter anderem aus der Industrie.