Darmkeim

EHEC könnte von Samen aus Ägypten stammen

Importierter Bockhornklee aus Ägypten steht unter dem Verdacht, den Darmkeim EHEC eingeschleppt zu haben. Experten befürchten, dass in Europa noch weitere verseuchte Samen um Umlauf sind.

Die EHEC-Durchfallerkrankungen mit bislang etwa 50 Toten und Tausenden Infizierten in Deutschland könnten nach Einschätzung von Experten auf verseuchte Bockshornkleesamen aus Ägypten zurückgehen. Sowohl Fälle in Deutschland als auch Frankreich seien auf importierte Ware aus Ägypten zurückgeführt worden, teilte die europäische Gesundheitsbehörde ECDC mit. Das Institut warnte gemeinsam mit der Verbraucherbehörde EFSA, dass sich in und außerhalb der EU noch immer verseuchte Saaten im Umlauf befinden könnten.

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Die Behörden verwiesen ausdrücklich auf den langen Weg von Produktion über Transport und Verpackung bis hin zum Verkauf. Sie betonten, dass noch immer nicht sicher sei, ob die Infektionen alle auf Samen aus Ägypten zurückgingen. Verbrauchern wird empfohlen, bis zum Ende der Ermittlungen keine Sprossen zu essen, die nicht durchgegart wurden. Deutschland ist das Land, das am stärksten von der EHEC-Epidemie betroffen ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigte das Krisenmanagement während des EHEC-Ausbruchs. Es sei richtig gewesen, dass die zuständigen Ämter vor dem Verzehr bestimmter Gemüsesorten gewarnt hätten, sagte Merkel am Donnerstag auf dem Deutschen Bauerntag in Koblenz.

Nach Vereinbarungen mit den Ländern äußerte sich Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zufrieden über "erste Lehren" aus der EHEC-Infektionswelle. In künftigen Fällen werde es bundesweit eine einheitliche Lagebeurteilung geben, sagte Bahr. Die einzelnen Meldungen etwa über Infizierte dürften nicht länger über bis zu vier Tage auflaufen, bis sie gesammelt gemeldet würden.

Im Rahmen der Strukturen würden die Meldewege beschleunigt. Künftig dürften Gesundheitsämter eine Meldung auch dann nicht liegen lassen, wenn sie ein Fall erst nach Dienstschluss erreicht. Informationen würden auch nicht mehr per Post geschickt, sagte Bahr.

( BMO )