"Deep Impact"

Nasa-Sonde geht auf Kuschelkurs mit Kometen

In 700 Kilometern Entfernung fliegt die Sonde "Deep Impact" am Kometen Hartley 2 vorbei. Die Forschungsreise liefert neue Erkenntnisse.

Die Nasa-Sonde „Deep Impact“ ist wie geplant am Kometen Hartley 2 vorbeigeflogen. Mit rund 44.000 Kilometern pro Stunde schoss die Sonde durch die Gas- und Staubwolke des Schweifsterns, die sogenannte Koma. Dabei näherte sie sich dem gurkenförmigen Kometenkern bis auf 700 Kilometer.

Als sich die Sonde nach dem Flug durch die Koma unbeschadet zurückmeldete, brandete Applaus im Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena auf. Von der Mission verspricht sich die US-Raumfahrtbehörde detaillierte Einblicke in die Natur von Kometen.

Die als schmutzige Schneebälle bezeichneten Schweifsterne sind Mischungen aus Eis und Staub und enthalten oft besonders viel urtümliche Materie aus der Entstehungszeit des Sonnensystems.

Hartley 2 hatte die Astronomen kürzlich mit einem Ausbruch von giftigem Cyanid-Gas verwundert. Dabei war nicht das Cyanid (CN) selbst die Überraschung, sondern die Reinheit des Gases. Normalerweise werden bei einem Gasausbruch auch Staubteilchen vom Kometen ins All geschleudert. Bei Hartley 2 fehlte der Anstieg der Staubteilchen.

Von den Bildern der Kometensonde erhoffen sich die Forscher auch Informationen über den fehlenden Staub. Der Kometenkern selbst ist nur etwa zwei Kilometer lang. Für die Erde bedeutet das Cyanid keine Gefahr. Denn der Komet ist rund 21 Millionen Kilometer entfernt. Und selbst wenn die Erde direkt die Cyanid-Wolke kreuzen würde, könnte das dünne Gas nicht in die dichte Erdatmosphäre eindringen.

Die 2005 gestartete Sonde „Deep Impact“ hatte bereits den Kometen Tempel 1 besucht und mit einem mehrere hundert Kilogramm schweren Projektil beschossen. Anschließend wurde die Mission unter dem Namen „Epoxi“ zum Kometen Hartley 2 verlängert. Die Kosten der Sonde gibt die Nasa mit 267 Millionen Dollar an, die Verlängerung der Mission kostet 42 Millionen Dollar (30 Millionen Euro).