Gefährliches bakterium

EHEC auf Salat aus Bayern gefunden

In Bayern sind EHEC-Keime auf einem Salat gefunden worden. Unklar ist bislang, ob es der gefährliche Typ des Bakteriums ist, der eine lebensbedrohliche Erkrankung auslösen kann.

Bei Gemüseproben in Bayern ist auf einem Salat der Durchfallerreger EHEC nachgewiesen worden. Es handle sich um einen roten Blattsalat („Lollo Rosso“) eines Fürther Gemüseerzeugers, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen mit. In dem betroffenen Betrieb werde ermittelt. Lieferwege würden analysiert und Salate des Erzeugers aus dem Handel genommen.

Ob es sich bei dem Keim um den gefährlichen Typ handele, der die schwere Komplikation Hämolytisch-Urämisches Syndrom (HUS) auslösen kann, sei noch unklar. Das Ergebnis solle kommende Woche vorliegen. Ein Zusammenhang zur Infektionswelle in Norddeutschland ist der Behörde zufolge jedoch unwahrscheinlich.

Diese Auffassung vertrete auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium mit. Ein Sprecher sagte, seit dem ersten EHEC-Verdachtsfall seien bundesweit fast 9000 Lebensmittelproben genommen worden, vor allem von Gurken, Tomaten, Blattsalat und Sprossen. Bei einem so breit angelegten Vorgehen sei von Beginn zu erwarten gewesen, dass vereinzelt auch andere EHEC-Keime gefunden werden, die nicht zu dem Stamm gehören, die die zahlreichen EHEC-Erkrankungen in Deutschland verursachen.

Insgesamt sind dem LGL zufolge bislang 617 Proben von Obst und Gemüse genommen worden, nur in dem einen Fall sei der Befund positiv gewesen. In Bayern gibt es mehr mittlerweile mehr als 100 amtlich bestätigte EHEC-Infektionen. 18 Menschen sind von der gefährlichen HUS-Variante betroffen.

Am Dienstag will Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) einen Gartenbaubetrieb in Nürnberg besuchen, um sich ein Bild von der wirtschaftlichen Lage der Gemüsebauern zu machen, wie ihr Ministerium mitteilte.