Darmkeim

Erster Toter nach EHEC-Infektion in Brandenburg

In Brandenburg ist erstmals ein mit dem gefährlichen Darmkeim EHEC infizierter Patient gestorben. Allerdings konnten Mediziner noch nicht bestätigen, ob die Infektion auch die Todesursache war.

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Die Quelle der lebensgefährlichen EHEC-Infektionen ist weiter unbekannt, die Zahl der Erkrankten steigt.

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In Brandenburg gibt es möglicherweise den ersten EHEC-Toten. Am Freitag sei ein Patient im Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum gestorben, der zu den bislang sieben bestätigten Fällen gehörte, teilte das Gesundheitsministerium mit. Dabei sei jedoch unklar, inwieweit die Infektion mit dem gefährlichen Darmbakterium die Ursache dafür war. Der Fall werde weiter untersucht, hieß es.

Eine Sprecherin des Klinikums sagte, der Mann habe eine „schwere internistische Grunderkrankung“ gehabt. Nähere Details konnte sie nicht nennen. Bereits mit dem Darmkeim EHEC infiziert, sei der Mittfünfziger aus einem anderen Krankenhaus ins Ernst-von-Bergmann-Klinikum verlegt worden. Der Mann litt zu diesem Zeitpunkt auch schon an einem Nierenversagen, das durch die schwere EHEC-Folgeerkrankung hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) hervorgerufen werden kann. Ob das Todesopfer einen Bezug zu Norddeutschland hatte, war zunächst unklar.

Nach Ministeriumsangaben gibt es derzeit in Brandenburg insgesamt sieben bestätigte und 13 EHEC-Verdachtsfälle. Bei vier Patienten traten Komplikationen durch HUS auf. Der in Potsdam gestorbene Mann gehörte zu den sieben bestätigten EHEC-Fällen.

Die meisten Infizierten seien zuvor in Norddeutschland unterwegs gewesen oder hätten Kontakt zu Menschen von dort gehabt, hieß es. Seit Donnerstag kamen laut Ministerium drei neue Verdächtsfälle hinzu. Die Patienten kommen aus Potsdam und aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Die Berliner Senatsgesundheitsverwaltung registrierte bis Freitag 31 Patienten, die sich nachweislich mit dem EHEC-Keim angesteckt haben. 16 Berliner Patienten leiden unter HUS oder es besteht Verdacht darauf.

Spur führt nach Lübeck

Die Zahl der vom Robert-Koch-Institut (RKI) registrierten EHEC-Fälle ist deutschlandweit weiter gestiegen. Seit Anfang Mai wurden dem RKI 1213 Fälle übermittelt. 520 Patienten litten am Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS), das zum Tod führen kann, wie das RKI am Freitag mitteilte. Am Mittwoch war von rund 1064 EHEC- und 470 HUS-Fällen die Rede gewesen. Mindestens 19 Menschen sind bereits gestorben, zwölf von ihnen litten an HUS, weitere sieben waren lediglich mit dem Bakterium infiziert. Fast drei Viertel der HUS-Patienten stammen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Unterdessen gibt es einem Bericht der „Lübecker Nachrichten“ zufolge eine Spur, wonach sich Patienten in einem Lübecker Restaurant infiziert haben. „Die Lieferantenkette kann möglicherweise den entscheidenden Hinweis geben, wie der Erreger in Umlauf gekommen ist“, zitierte das Blatt Werner Solbach, Mikrobiologe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Experten des RKI und des Bundesinstituts für Risikobewertung sollen die Gaststätte bereits untersucht haben. Seite