Durchfall-Erreger

Schweden warnt wegen EHEC vor Deutschland-Reisen

In Skandinavien mehren sich die Fälle von EHEC-Infektionen - und alle Betroffenen waren zuvor in Deutschland. Darum wird vor Reisen gewarnt.

In Dänemark und Schweden sind bis zum Freitag 32 EHEC-Fälle nachgewiesen worden. Das teilten die Gesundheitsbehörden in Kopenhagen und Stockholm mit. Alle Betroffenen seien zuvor in Deutschland auf Reisen gewesen. Die Zahl der Verdachtsfälle wurde nicht mitgeteilt.

In Dänemark wurden in zwei Supermärkten Gurken aus Spanien mit den EHEC-Bakterien gefunden. Die Behörden forderten alle Händler auf, Importe des betreffenden Herstellers sofort aus dem Handel zu ziehen. Bei Reisen nach Deutschland sei derzeit besondere Vorsicht geboten, hieß es in der Mitteilung der schwedischen Behörde zur Vorbeugung ansteckender Krankheiten.

Spanischen Gurken waren am Donnerstag in Hamburg als eine Ursache für die Infektionswelle in den Fokus identifiziert worden. An drei Salatgurken aus Spanien fand das Hamburger Hygiene-Institut den gefährlichen Durchfall- Erreger. Die Proben stammten vom Hamburger Großmarkt. Es sei aber nicht auszuschließen, dass weitere Lebensmittel eine Infektionsquelle waren, hieß es. Viele Handelskonzerne strichen zunächst nur spanische Salatgurken aus dem Angebot. Nach Angaben der EU-Kommission wird eine weitere mögliche Quelle – Gurken aus den Niederlanden – untersucht.

EHEC-Keime sind eine besonders gefährliche Form des Darmbakteriums Escherichia coli. Der Erreger ist vor allem deshalb gefährlich, weil so wenige der winzigen Bakterien ausreichen, um den Durchfall auszulösen. Bei anderen Infektionen sind um ein Vielfaches mehr Erreger nötig, damit es zur Erkrankung kommt. Das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) ist eine schwere EHEC- Verlaufsform, bei der giftige Stoffwechselprodukte des Bakteriums zu Nierenschäden führen können.

Das EHEC-Bakterium wird durch Kot von Wiederkäuern übertragen, durch Kühe, Schafe, Ziegen also, aber auch durch Hirsche und Rehe. Kleinste Mengen – zehn bis 100 Keime – können bereits eine Infektion verursachen. Das Bakterium befindet sich dabei nicht in dem Gemüse, sondern an der Außenhaut, etwa in minimalen Spuren von Tierkot.