Gesundheit

Gefährliche Keime auf Handys von Klinikpersonal

Mobiltelefone als gefährliche Keimschleudern: Eine Untersuchung hat Handys von Ärzten und Pflegern als Brutstätte für Bakterien entlarvt – angefangen vom Erreger harmloser Hautirritationen bis hin zum Überträger tödlicher Krankheiten. Auf jedem achten Gerät lebten zudem Keime, denen Antibiotika nichts anhaben kann.

Foto: picture-alliance / photoshot / pa

Mobiltelefone von Klinikpersonal sind laut einer Studie übersät mit Bakterien und können gefährliche Krankheiten übertragen. Bei ihrer Untersuchung von 200 Handys von Ärzten und Pflegern fanden türkische Wissenschaftler auf fast jedem Gerät mindestens eine Bakterienart. Auf jedem dritten Handy wurden mindestens zwei verschiedene Erreger festgestellt und auf jedem zehnten Handy sogar noch mehr. Am Besorgnis erregendsten ist der Studie zufolge, dass sich auf jedem achten Telefon mindestens ein Bakterienstamm befand, der gegen Antibiotika resistent war.


„Diese Mobiltelefone könnten in einer Klinik ein Infektionsherd sein und die Übertragung von Bakterien begünstigen“, warnten die Wissenschaftler. Während die Ärzte und Pfleger sich selbstverständlich an übliche Hygieneregeln wie etwa Händewaschen hielten, nahmen sie es mit der Sauberkeit ihrer Mobiltelefone nicht so genau. Nur jeder zehnte an der Untersuchung beteiligte Klinikmitarbeiter gab an, sein Handy regelmäßig zu reinigen.


Bakterien mit dem Kürzel MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) haben gegen geläufige Antibiotika wie Penicillin einen Schutzmechanismus entwickelt, so dass nur wenige Medikamente wirken. Gerade in Kliniken birgt dies die Gefahr lebensgefährlicher Infektionen.

Da die Ergebnisse aus einer kleinen Zahl von Tests stammten, regten die Forscher an, die Problematik eingehender zu untersuchen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Annals of Clinical Microbiology and Antimicrobials“ veröffentlicht.