Gefährlicher Biss

Ärzte - Zecken schnell mit Pinzette entfernen

Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb / A._Grambow

Zecken gelten inzwischen als die gefährlichsten Tiere Deutschlands. Jetzt sind sie wieder in Berlin und Brandenburg aktiv. Sollten Sie einen Biss entdecken, empfehlen Mediziner den schnellen Einsatz einer Pinzette.

Hat sich eine Zecke an ein Kind geheftet, sollten Eltern sie möglichst rasch mit einer speziellen Kunststoff-Pinzette entfernen. „Dehnen Sie die Haut vorsichtig im Bereich der Zecke, fassen Sie die Zecke im Kopfbereich so nah wie möglich an der Haut des Kindes und ziehen Sie sie dann senkrecht vorsichtig heraus“, erklärt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln. Die Stichstelle solle anschließend desinfiziert werden. Blieben Reste zurück, müsse das Kind in jedem Fall zum Arzt.

Fegeler warnte davor, den Körper der Zecke zu drücken oder sie mit Alkohol, Feuer, Klebstoff oder Öl zu behandeln. Die könne dazu führen, dass die Zecke sich entleere, wodurch Viren oder Bakterien aus der Zecke in die Blutbahn des Kindes gelangen könnten. Das ist gefährlich, weil die Zecke mit Borreliose- oder in manchen Regionen mit dem Erreger der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) infiziert sein kann. FSME-Viren können schon nach wenigen Minuten übertragen werden. Borrelien wandern erst 12 bis 24 Stunden nach dem Zeckenstich durch den Rüssel der Zecke in den menschlichen Körper. Bilde sich Tage bis Wochen nach dem Stich ein roter Fleck, der nach innen hin blasser wird und sich ausdehnt, könnte des ein Anzeichen für eine Infektion mit Borreliose sein. Gegen Borreliose gibt es keine Immunisierung, im Erkrankungsfall werden Antibiotika eingesetzt.

( dpa/sei )