Innovation

Raucher hinterlassen andere Fingerabdrücke

Bislang werden Fingerabdrücke meist mit einem Puder bestäubt – doch dabei gehen wichtige Spuren verloren. Kriminaltechniker haben jetzt ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich sogar feststellen lässt, ob die Abdrücke von einem Raucher oder einem Vegetarier stammen.

Foto: Stephan Försterling / Sander

Mit Infrarotlicht und einfacher Gelatine können Kriminaltechniker künftig deutlich mehr Informationen aus Fingerabdrücken sichern als bisher. Dabei werden die Abdrücke zunächst auf eine Gelfolie übertragen und dann im Labor mit infrarotem Licht ausgewertet, berichten britische Wissenschaftler im Journal „Analytical Chemistry“ der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft.

Fingerabdrücke werden bislang immer noch mit Puder bestäubt, was zur Folge hat, dass relevante Informationen oft unbrauchbar werden, weil die mit dem Schweiß abgesonderten chemischen Verbindungen zerstört werden. Die Forschergruppe um Sergej Kazarian vom Imperial College in London entwickelte eine Art „Klebeband“ mit einem Gelatinefilm darauf. Fingerabdrücke auf einer Türklinke ließen sich damit ebenso abnehmen wie solche auf Bechern, einer Glasfläche oder einem Computerbildschirm, berichten die Wissenschaftler. Im Labor werde der Streifen in einem speziellen Gerät, einem Infrarotspektrometer, mit einem Infrarotstrahl abgetastet und der Abdruck so festgehalten. Zudem gebe die Methode Aufschluss über die ebenfalls auf das Gel übertragenen chemischen Verbindungen.

Damit lasse sich etwa erkennen, ob die Spuren von einem Raucher stammen oder einem Vegetarier und mit welchen Substanzen zum Beispiel Drogen dieser kurz zuvor möglicherweise hantiert hat. Das Original der Spur bliebe dabei in jedem Fall erhalten und stünde für weitere Untersuchungen zur Verfügung. Dank all dieser Eigenschaften sei die neue Methode besser geeignet als herkömmliche Verfahren, wie das Pudern oder Färben der Abdrücke.