Kreuzigung

Todesanzeige für Jesus in Zeitung erschienen

Mit einer ungewöhnlichen Todesanzeige hat eine Nürnberger Kirchengemeinde auf den Sinn von Karfreitag aufmerksam gemacht.

Der evangelische Nürnberger Dekan Dirk Wessel hat eine Todesanzeige für Jesus geschaltet. Wie die „Abendzeitung“ am Donnerstag berichtet, will er damit auf den Ursprung des Osterfestes aufmerksam machen. „Ich glaube nämlich, dass 50 Prozent der Nürnberger gar nicht wissen, was am Karfreitag wirklich war“, sagte Wessel. „Ohne das Sterben gäbe es kein Ostern.“

„Wir gedenken an den Tod von Jesus Ben Josef, genannt 'König der Juden'“, heißt es in der Anzeige. Geboren im Jahr vier Jahr vor Christus, gestorben 34 nach Christus. Die Trauerfeier zu seiner Todesstunde finde am Karfreitag (21. April, 15 Uhr) in der Kirche St. Leonhard in der Schwabacher Straße in Nürnberg statt.

Eigentlich stamme die Idee für die Anzeige nicht von ihm, gab Wessel zu. „Ich habe sie selbst vor 20 Jahren in einer Zeitung entdeckt und aufgehoben.“

Sein Einfall sei in einer Dienstbesprechung auf „durchwegs positive“ Reaktionen gestoßen, sagte Wessel weiter. Lediglich bei der Anzeigenannahme sei es zu Irritationen gekommen. „Es war schwierig, der Dame klarzumachen, dass wir Familienangehörige sind. Aber wir haben dann auch wirklich nur den Angehörigentarif bezahlt.

Aufmerksamkeit hat Wessels Todesanzeige jedenfalls bei der regionalen Boulevardpresse erzielt, die die Idee als „kuriose Aktion“ bezeichnete. Auch auf der Straße seien er und seine Mitarbeiter auf die Annonce angesprochen worden, sagte Wessel. Eine einziger Anrufer habe sich beschwert, die Werbeaktion verletze die Gefühle von trauernden Hinterbliebenen.

Auf Karfreitag als besonderen Tag hat die Kirchengemeinde im Stadtteil Schweinau, zu der 7700 Gemeindemitglieder zählen, auch auf anderen Wegen aufmerksam gemacht. Die Todesanzeige ist in den Schaukästen rund um die Kirche ausgestellt. Außerdem haben 1000 Gemeindemitglieder in den vergangenen Tagen vier von einer Grafikerin gestaltete Postkarten im Briefkasten gehabt, mit denen sie zu den Feiertagsgottesdiensten eingeladen werden. „Mit solchen Mailingaktionen haben wir in der Vergangenheit den Gottesdienstbesuch um 50 Prozent gesteigert“, berichtet Wessel.