Verhütung

Forscher schlagen neue Größen für Kondome vor

Eine neue Untersuchung fördert es zutage: Männer wählen oft viel zu große Kondome aus. Gründe dafür sind der Konsum von Pornofilmen und eine verzerrte Wahrnehmung der eigenen Penis-Größe. US-Forscher schlagen deshalb eine Umbenennung der Größen vor: Schon auf den kleinsten Kondomen sollte "Large" stehen.

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Weil viele Männer über schlecht passende Kondome klagen, regen Forscher neue Größenangaben an. Von gut 400 befragten Männern, die in den drei Monaten vor der Befragung Kondome nutzten, hätten 45 Prozent angegeben, schon einmal schlechte Erfahrungen mit einem Präservativ gemacht zu haben. Das berichteten Wissenschaftler des Kinsey Instituts für Sex, Geschlechterforschung und Fortpflanzung im US-Bundesstaat Indiana am Dienstag.

Oft liege das daran, dass Kondome zu groß gekauft würden. Dies könne Folge einer durch pornographische Filme und Bilder verzerrten Wahrnehmung der eigenen Penis-Größe sein, hieß es in der Studie in der Fachzeitschrift „Sexually Transmitted Infections“.

In diesem Zusammenhang seien nicht nur die Männer selbst, sondern auch die Hersteller von Präservativen gefragt und müssten über die geeigneten Bezeichnungen für Kondomgrößen nachdenken. „Es heißt, dass Frauen keinen Penisneid haben, sondern Männer“, sagte Bill Yarber, einer der leitenden Wissenschaftler.


Deshalb könnten die Hersteller die kleinste Kondomgröße künftig vielleicht als „Large“ bezeichnen und eine mittlere Größe als „Extra Large“, schlug der Forscher vor. „Schreiben Sie auf keinen Fall groß, mittel und extraklein drauf.“ Ein Kondom, das nicht richtig passe, reiße oder rutsche leichter und könne auch den Orgasmus erschweren, erläuterten die Wissenschaftler.

Manche Männer streiften es deshalb noch während des Geschlechtsverkehrs wieder ab. Dies sei in Hinblick auf nicht gewollte Schwangerschaften und sexuell übertragbare Krankheiten beunruhigend.