Geologie

Erdbeben in Japan hat den Tag verkürzt

Das Erdbeben in Japan, dem dann ein Tusnami folgte, hatte die Stärke 8,8 - so gewaltig, dass Japan wurde um mehr als zwei Meter verschoben wurde. Auch die Erdachse hat das Beben erschüttert - mit der Folge, dass die Tage nun kürzer sind.

Foto: dpa-infografik / dpa-infografik/DPA

Das katastrophale Erdbeben in Japan hat Wissenschaftlern zufolge mit seiner Wucht große Landmassen verschoben und den Lauf der Welt verändert. Die japanische Hauptinsel sei um 2,4 Meter verrückt worden, sagte Kenneth Hudnut von der US-Geologiebehörde dem Fernsehsender CNN. Das sei an der Bewegung einer Station des Satellitennavigationssystems GPS sowie aktueller Kartenaufzeichnungen der japanischen Behörden erkennbar.

Das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie ermittelte nach eigenen Angaben außerdem, dass das Beben mit einer Stärke von 8,8 die Achse der Erdrotation um rund zehn Zentimeter verschoben hat. Das wäre wahrscheinlich die größte Verschiebung durch ein Erdbeben seit 1960, als Chile erschüttert wurde, sagte der Institutsdirektor Antonio Piersanti laut einer Mitteilung.

Auch das Beben in Chile im Februar des vergangenen Jahres mit einer Stärke von 8,8 hatte Einfluss auf die Erdachse. Nach Berechnungen der US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte sie sich damals um acht Zentimeter verschoben. Dadurch habe sich Länge eines Tages, also die Zeit, die die Erde für eine komplette Umdrehung benötigt, um 1,26 Mikrosekunden verkürzt. Eine Mikrosekunde ist der millionste Teil einer Sekunde.

Die Erdstöße waren so stark, dass sie sogar in Deutschland zu spüren gewesen sind. Seismografen in Nordrhein-Westfalen und sogar auf der Zugspitze haben das Ereignis „deutlich registriert“. „Damit gehört dieses Erdbeben zu den fünf stärksten Ereignissen seit Menschengedenken“, hieß es in der Mitteilung des Geologischen Dienstes.

Seit dem verheerenden Erdbeben der Stärke 8,9 und dem anschließenden Tsunami in Japan ist die Unglücksregion von zahlreichen weiteren Erdstößen erschüttert worden. Die US-Wissenschaftsbehörde United States Geological Survey ( USGC ) registrierte seitdem allein 25 Beben ab der Stärke 6. Hinzu kamen über 150 schwächere Nachbeben.

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