Medizin

Ursache von Migräne steckt im Erbgut

Der chronische Kopfschmerz sitzt in den Genen: Forscher haben herausgefunden, dass die Ursache einer bestimmten Migräne-Art, die mit Lähmung einhergeht, eine Mutation von drei Genen ist. Durch diese Erkenntnis können Patienten genau getestet und vor falschen Therapien geschützt werden.

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Bei einigen Formen der Migräne kommt es vor Beginn der Attacken zu halbseitigen Bewegungsstörungen oder Lähmungen. Bei der sogenannten familiären hemiplegischen Migräne tritt die Krankheit auch bei Verwandten ersten oder zweiten Grades auf und lässt sich durch Mutationen in drei Genen nachweisen.

Eine Analyse der Gene sollte auch bei Migränepatienten mit Lähmungserscheinungen durchgeführt werden, bei denen es keinen Hinweis auf eine genetische Vorbelastung gibt, schließen niederländische Forscher aus den Ergebnissen ihrer Studie. Sie hatten bei einem Teil der Patienten mit sporadischer hemiplegischer Migräne ebenfalls Veränderungen in den Migräne-Genen gefunden. Genetische Tests könnten helfen, die Patienten vor falschen Diagnosen und schädlichen Therapien zu schützen, schreiben die Mediziner im Fachblatt „Neurology“.

„Unsere Befunde bestätigen die Hinweise, dass familiäre und sporadische, aber auch die normale Migräne einige genetische Gemeinsamkeiten aufweisen“, sagt Wissenschaftler Michel Ferrari vom Medizinischen Zentrum der Universität Leiden.