Intelligenzleistung

Krähen lösen auch komplexe Probleme auf Anhieb

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Der geniale Erfindungsreichtum von Saatkrähen versetzt Wissenschaftler in Begeisterung: Die Tiere haben in Experimenten nicht nur äußerst knifflige Probleme gelöst, sondern bei Bedarf auch ihre Werkzeuge selbst hergestellt. Britische Verhaltensforscher sehen darin den "ersten eindeutigen Beleg von Einsicht bei Tieren".

Saatkrähen nutzen nicht nur Hilfsmittel, um an einen Leckerbissen zu kommen, sondern stellen als Hilfsmittel ihr Werkzeug sogar selbst her. Das stellten Verhaltensforscher der Universität Cambridge jetzt fest.


Dass Krähen und Raben ausgesprochen intelligente Tiere sind, ist schon seit langem bekannt. Aber über diesen Erfindungsreichtum der Saatkrähen staunten die Wissenschaftler jetzt doch.


In den Studien testeten die Experten um den Verhaltensforscher Chris Bird an vier Saatkrähen, wie weit die Intelligenz der Vögel reicht. Im ersten Experiment lernten die Vögel schnell, dass sie mit Steinen ein Gerüst zum Einsturz bringen müssen, um so an eine Mottenlarve zu gelangen. Ohne viel Training erkannten sie zielstrebig, welche Größe und Form ein Stein haben muss, um die Plattform kollabieren zu lassen.


Im zweiten Versuch mussten die pfiffigen Krähen dann ein kniffligeres Problem lösen. In einem senkrecht aufgestellten Zylinder hatten die Forscher ein kleines Eimerchen mit einer Mottenlarve platziert. Mit dem Schnabel konnten die Vögel ihre Beute nicht erreichen. Allerdings hatten die Forscher ihnen Drahtstücke hingelegt. Daraus formten alle vier Tiere einen Haken, mit dessen Hilfe sie dann das Eimerchen am Griff aus dem Röhrchen angelten. Drei der vier Saatkrähen gelang dies sogar auf Anhieb.


„Wir glauben, dass dies der erste eindeutige Beleg von Einsicht bei Tieren ist, denn die Saatkrähen machten die Haken schon im ersten Durchgang“, sagt Nathan Emery von der Queen Mary Universität in London. „Wir wissen genau, dass sie vorher keine Erfahrung in der Herstellung von Hakenwerkzeugen aus Draht hatten, denn alle Vögel wurden von Hand großgezogen.“ Daher sprechen die Forscher im Fachblatt „PNAS“ nicht von einer Spezialisierung, die sich im Lauf der Jahre entwickelt hat, sondern um einen Fall von ausgeklügelter Intelligenz.

( AP/OC )