Umwelt

Schwedens Regierung will Leichen gefriertrocknen

Schwedens Kulturministerin will sich für eine Form der Bestattung einsetzen, die die Umwelt schont: Gefriergetrocknete Leichen sollen Luft und Wasser weniger belasten. Als grobes Pulver wiegt die Leiche eines 75 Kilogramm schweren Menschen nur noch 25 Kilo.

Foto: Chromorange / chromorange

Mit der Methode des Gefriertrocknens will Schweden künftig auch bei Bestattungen umweltfreundlichere Wege beschreiten. Kulturministerin Lena Adelsohn Liljeroth sagte der schwedischen Kirchenzeitung Kyrkans Tidning, sie wolle sich für eine gesetzliche Erlaubnis dieser umweltfreundlicheren Bestattungsform einsetzen. Die neue Methode verspricht eine geringere Belastung von Luft und Wasser als herkömmliche Bestattungsformen, bei denen die Zersetzung der Leiche mehrere Jahre dauert. Bei minus 196 Grad Celsius wird die Leiche in flüssigem Stickstoff gefriergetrocknet und durch mechanische Vibrationen in grobes Pulver umgewandelt. Nach dem Trocknen und Entfernen von Metallresten wiegen die Überreste eines 75 Kilogramm schweren Menschen nur noch 25 Kilogramm.

Die Lutheranische Kirche von Schweden setzt sich schon seit Jahren für die Legalisierung der neuen Bestattungsmethode ein. Sie ist mit fünf Prozent an dem Unternehmen Promessa der schwedischen Biologin Susanne Wiigh beteiligt, das sich auf das Gefriertrocknen von Leichen spezialisiert hat. Promessa sicherte sich bereits in 35 Ländern ein Patent für die Methode.