Medizin

Krebs wird bei Großstadtbewohnern später erkannt

Krebs wird bei Menschen in Metropolen später entdeckt als bei Landbewohnern. Mit diesem Resultat überrascht eine US-Studie. Allerdings spiegeln die Ergebnisse weniger ein höheres Erkrankungsrisiko in Städten wider als vielmehr die Struktur von Alter, Einkommen und Herkunft der dort lebenden Bevölkerung.

Die Forscher der Universität von Illinois werteten die Krebsregister des Bundesstaats zwischen den Jahren 1998 bis 2002. Die vier häufigsten Tumorarten - von Lunge, Darm, Brust und Prostata - wurden bei Bewohnern Chicagos deutlich häufiger erst im Spätstadium bemerkt als bei der Bevölkerung ländlicher Regionen. Allerdings war das Risiko für eine späte Diagnose auch in den sehr entlegenen Gebieten ebenfalls recht hoch.


Am frühesten bemerkt wurden Tumore bei Bewohnern größerer Städte in ländlichen Räumen. Das Resultat erklären die Forscher damit, dass in Teilen Chicagos viele Menschen mit geringem Einkommen leben, die sich offenbar seltener untersuchen lassen. Vor allem bei der schwarzen Bevölkerung wurden Tumore oft erst spät entdeckt.

Dagegen ist in ländlichen Regionen der Anteil alter Menschen sehr hoch. Senioren gehen tendenziell häufiger zum Arzt und unterziehen sich eher Krebsuntersuchungen, so dass Karzinome tendenziell früher entdeckt werden. Die Forscher fordern im Fachblatt „Cancer“, Kampagnen zur Krebs-Früherkennung gerade in Großstädten zu intensivieren.

( ap/lf )