Therapie

Hoffnung für Patienten mit Bandscheibenvorfall

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30 Prozent der Bevölkerung leiden an Rückenschmerzen, die durch Abnutzung einer oder mehrerer Bandscheiben verursacht werden. Bisher wurden nur die Symptome bekämpft. Berliner Mediziner reparieren defekte Bandscheiben erfolgreich und dauerhaft mit körpereigenen Zellen.

Wie das Internetportal "openPR" berichtet, gibt es neue Hoffnung für Patienten mit . Bisher therapierten Spezialisten fast ausschließlich Symptome, die eigentliche Ursache blieb unbehandelt. „Mithilfe der sogenannten Bandscheibenzüchtung reparieren heute wenige Mediziner deutschlandweit die sensiblen Bestandteile“, erklärt Dr. Munther Sabarini, Experte aus der Internationalen Wirbelsäulenklinik Berlin, der als erster Neurochirurg weltweit das Verfahren an der Halswirbelsäule anwendet.

Unsere Wirbelsäule ist hohen Belastungen ausgesetzt

Die Wirbelsäule des Menschen besteht aus 33 bis 34 Wirbeln und flexiblen, knorpeligen "Stoßdämpfern" dazwischen - die Bandscheiben. Die einzigartige Struktur unserer Wirbelsäule, insbesondere die der Bandscheiben, gilt als besonders anfällig. Häufig kommt es zu Verschleißerscheinungen. Diese verursachen teilweise unerträgliche Schmerzen.

Die Beweglichkeit der Wirbelsäule stellt gleichzeitig eine hohe Belastung dar. Im Zuge des natürlichen Verschleißprozesses von Bandscheiben, verlieren die kleinen Puffer zwischen den Wirbeln ihre Fähigkeit Wasser im Gewebe zu halten. Dadurch minimiert sich die ursprüngliche Höhe. In der Folge entstehen Schmerzen an Bandscheiben und Wirbelgelenken. Unter dem sogenannten Bandscheibenvorfall leiden rund 30 Prozent der Bevölkerung.


Das neue Verfahren ist für nahezu jeden Patienten geeignet

„Mit dem neuen Verfahren, der patienteneigenen Bandscheibenzelltransplantation, können wir Beschwerden deutlich lindern und den Bandscheiben ihre natürliche Elastizität und Funktionalität zurückgeben“, erklärt Dr. Sabarini. Dem Patienten werden mittels feinster Instrumente unter örtlicher Betäubung ein paar Zellen aus dem Gewebe zusammen mit einer Blutprobe entnommen.

Anschließend isolieren Experten in einem Speziallabor gesunde Zellen und vermehren diese. Bereits einige Wochen später werden dem Patienten neu entstandene Zellen in den Kern der Bandscheibe eingefügt. Dadurch behalten die Puffer wieder ihre ursprüngliche Höhe und nehmen bereits nach kurzer Zeit ihre natürliche Stoßdämpferfunktion wieder auf.

Lediglich einige Tage nach dem Eingriff sollten sich Patienten schonen. Ein Rückenkorset und spezielle Krankengymnastik unterstützen die Genesung. Rund vier Wochen nach der Operation ist der Patienten in der Regel beschwerdefrei. Da ausschließlich körpereigene Zellen verwendet werden, treten keine allergischen Abstoßungserscheinungen auf. "Das Verfahren eignet sich also nahezu für jeden Patienten, dessen Bandscheibengewebe abgenutzt ist.“, sagt Dr. Sabarini.

( open pr/jn )