China

Regen bestimmte Erfolg chinesischer Herrscher

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Foto: picture-alliance/ dpa / dpa

Machtfaktor Wetter: In den 2000 Jahren der chinesischen Kaiserzeit herrschten eine ganze Reihe verschiedener Herrschergeschlechter. Neben Machtstreitigkeiten und Kriegen bestimmte auch das Wetter den Aufstieg und Fall der Dynastien. Besonders erfolgreich waren die Machthaber in regenreichen Jahren.

Der regenbringende Monsun hat maßgeblich beeinflusst, welche Herrscherdynastien in China besonders erfolgreich waren. Chinesische und US-amerikanische Forscher haben 1810 Jahre in die Vergangenheit geblickt – mit Hilfe eines 1,18 Meter hoch emporragenden Tropfsteins in der Wanxiang Höhle im Nordwesten Chinas. An den Wachstumsringen des Stalagmiten ließ sich ablesen, welche Jahre besonders regenreich und welche sehr trocken gewesen waren, berichtet das Team um Hai Cheng von der Universität von Minnesota in Minneapolis im US-Journal „Science“. Dabei fanden die Forscher eine klare Korrelation zwischen der Monsunstärke und dem Erfolg des jeweiligen Herrschers zu dieser Zeit.

Der zyklisch wiederkehrende Monsunwind bringt Luftfeuchtigkeit und ausgeprägten Regen nach China. Monsunstarke, regenreiche Jahre hatten gute Reis-Ernten beschert und sowohl die Bevölkerung als auch die Staatskassen anwachsen lassen, schlussfolgern die Wissenschaftler. Zu solchen Zeiten wirtschaftlichen Wachstums hätten auch erfolgreiche, starke Machthaber geherrscht, beispielsweise die Nördliche Song- Dynastie in den Jahren 960 bis 1126. Monsunschwache Jahren seien stets trockene Zeiten mit wenig Niederschlag gewesen. Einen Monsun- Tiefpunkt mit besonders wenig Regen habe es in den Jahren 1580 bis 1640 gegeben. Kurz darauf, im Jahre 1644 endete die fast 300 Jahre währende Herrschaft der Ming-Dynastie. Aufstände unter der Bevölkerung und fehlende Mittel, diese niederzuschlagen, führten zum Untergang des Herrschergeschlechts.

Temperaturänderungen in der nördlichen Hemisphäre, bedingt durch Schwankungen in der Sonneneinstrahlung, seien stets die Ursache für den Monsun gewesen und hätten über seine Stärke entschieden. Diese jahrtausendealte Beziehung habe sich nach Beobachtungen der Forschergruppe seit 1960 geändert. Seitdem habe vielmehr der Mensch den Monsun beeinflusst, und zwar über Treibhausgase, Ruß und Aerosole in der Atmosphäre. Nach Beobachtungen der Forscher haben die Monsunwinde vor allem in den vergangenen zwei Jahrzehnten wieder stark nachgelassen.

( dpa/mh )