Alkohol-Studie

Junge Europäer trinken seltener, aber viel

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Foto: abs / DDP

Bier, Wein, Spirituosen: Mit eine neue Studie hat den Alkoholkonsum junger Europäer ermittelt. Dabei zeigen sich große Unterschiede zwischen den Ländern. Am häufigsten trinken demnach die Dänen, am intensivsten aber die Portugiesen.

Junge Europäer trinken seltener Alkohol als ältere Menschen, dafür konsumieren sie dann aber auch gleich mehr auf einmal. Das ist das Ergebnis einer Eurobarometer-Umfrage. Knapp ein Drittel der zwischen 15 und 24 Jahre alten Befragten erklärten bei der Studie im Auftrag der Europäischen Kommission, mindestens zwei Mal pro Woche Alkohol zu trinken. Bei den über 55-Jährigen waren es mehr als die Hälfte (58 Prozent), und von diesen konsumierte wiederum ein Viertel täglich Alkohol. Allerdings beließ es die Mehrheit dann bei einem, maximal zwei Gläsern. Insbesondere jüngere Befragte und Studenten neigen hingegen dazu, durchschnittlich größere Mengen (drei bis vier oder mehr Gläser) Alkoholika zu sich zu nehmen. Dabei wurde nicht nach der Art der Alkoholika – also Bier, Wein oder Spirituosen - gefragt.

Nach der im Februar erstmals vorgelegten Befragung des Instituts TNS Opinion hatten zwei Drittel der EU-Bürger innerhalb eines Monats alkoholische Getränke zu sich genommen (66 Prozent). Sieben von zehn Bürgern dieser Gruppe (69 Prozent) hatten mindestens ein Mal wöchentlich Alkohol konsumiert. Am häufigsten genehmigten sich Dänen (84 Prozent), Holländer (81 Prozent) und Schweden (76 Prozent) mindestens ein Gläschen pro Monat, am seltensten Malteser (52 Prozent), Ungarn (48 Prozent) und Bürger aus dem türkischen Teil Zyperns (28 Prozent). Die Deutschen rangieren im oberen Mittelfeld (71 Prozent). An der Umfrage hatten sich 28500 Bürger in den 27 Mitgliedstaaten, in Kroatien und im nicht von der zyprischen Regierung kontrollierten Nordzypern beteiligt.

Große Unterschiede zeigten sich bei der Intensität des Trinkens. So trinkt von den 56 Prozent Alkoholkonsumenten in Portugal fast jeder zweite (47 Prozent) täglich alkoholische Getränke, dann allerdings normalerweise nur ein Glas (69 Prozent). Dagegen trinken die meisten Iren (60 Prozent) maximal ein Mal wöchentlich Alkohol. 36 Prozent nehmen dann aber gleich drei bis vier Gläser zu sich und weitere 34 Prozent fünf oder mehr. Frauen trinken nach der Studie weniger als Männer. 53 Prozent der Männer gaben an, durchschnittlich mindestens zwei Mal wöchentlich Alkohol zu trinken, das sagten aber nur 34 Prozent der Frauen.

Alkohol schädigt Frauen stärker als Männer

Eine weitere Studie aus den USA belegt indessen, dass starker Alkoholkonsum Frauen stärker schädigt als Männer. Im Vergleich zu Männern entwickeln Frauen körperliche und kognitive Probleme sowohl früher als auch schon beim Konsum geringerer Mengen, wie eine amerikanische Studie zeigt.

Die Forscher aus Baltimore und dem russischen Sankt Petersburg stellten weibliche und männliche Alkoholiker sowie gesunde Kontrollpersonen vor verschiedene Aufgaben. Dabei schnitten Alkoholikerinnen in Bezug auf das visuelle Arbeitsgedächtnis, die Fähigkeit zur räumlichen Planung und zur Problemlösung sowie die kognitive Flexibilität schlechter ab, wie die Zeitschrift „Alcoholism: Clinical & Experimental Research“ berichtet. Diese Punkte zählen zu den so genannten ausführenden Funktionen, mit denen Menschen ihr Verhalten situationsbedingt steuern und die wichtig sind für den Umgang mit Anforderungen des täglichen Lebens.

( DPA/AP/OC )