Medizintechnik

Computertomografie wird schneller und schärfer

Foto: or/h_ing / KEYSTONE

Innerhalb von nur 83 Millisekunden können jetzt gestochen scharfe 3D-Aufnahmen vom schlagenden Herzen erzeugt werden – bis in die feinen Herzkranzgefäße hinein. Bisher mussten Patienten Medikamente zum Senken des Pulses einnehmen, um Bewegungsunschärfe zu verhindern.

Nur den Bruchteil eines Herzschlags benötigt die neue Dual-Source-Computertomografie (DSCT), um Schichtbilder des Pumporgans zu erzeugen und selbst kleinste arteriosklerotische Ablagerungen aufzuspüren. Im Gegensatz zum herkömmlichen Mehrzeilen-Spiral-Computertomografen (CT), der jeweils mit einer Röntgenquelle sowie einer Reihe von Röntgendetektoren ausgestattet ist, verfügt ein DSCT-Gerät über zwei Röntgenquellen und zwei Detektorreihen. Das DSCT ist damit doppelt so schnell.

Das ist besonders bei rasch oder unregelmäßig schlagenden Herzen von Bedeutung. Etwa 90 Prozent der Patienten müssen vor einer Herz-CT Betablocker zum Senken des Pulses einnehmen, um so Bewegungsunschärfe auf den Aufnahmen zu verhindern. Das DSCT macht dies weitgehend überflüssig. Ein weiterer Vorteil der Methode, dessen Potenzial derzeit von Siemens Medical Solutions in Erlangen und Bayer Schering Pharma in Berlin untersucht wird: Besonders bei schnell schlagenden Herzen reichen im Vergleich zu herkömmlichen CTs wesentlich weniger Scans aus, um brillante Bilder zu erzeugen. Diese Patienten sind somit einer niedrigeren Strahlendosis ausgesetzt. vog