Gesundheit

Ergonomie und innere Ruhe verhindern den Mausarm

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Foto: Okapia

Stress am Arbeitsplatz oder monotone Bewegungen können Ursachen für den so genannten Mausarm sein. Hier handelt es sich um eine bestimmte Form des Tennisarms. Durch ergonomische Kriterien am Büroplatz und Vermeidung von Stress kann man dem vorbeugen.

Plötzlich wird der Arm bleischwer und fängt an zu kribbeln. Die Kaffeetasse fällt aus der Hand – und es ist schwer, sie wieder aufzuheben. „Der Mausarm ist die moderne Form des klassischen Tennisellenbogens“, erklärt der Orthopäde Jan Bernholt aus Düsseldorf. Durch leichte Bewegungen, die ständig wiederholt werden, wie das Betätigen der Computermaus, kann es zu Beschwerden im Ober- und Unterarm kommen.

Der Mausarm ist eine Ausprägung des sogenannten RSI-Syndroms (Repetitive Strain Injury), das neben der Arbeit mit der Computermaus auch andere Überlastungsursachen des Hand und Armbereiches umfasst. „Der Arm fühlt sich komisch an, die Muskeln verkrampfen, oder man spürt ein Ziehen oder ein Kribbeln im Arm“, sagt Prof. Hardo Sorgatz vom Institut für Psychologie an der Technischen Universität Darmstadt. Das sei ein Gefühl, „als wenn 100 Nadeln in den Arm stechen“.

Die monotonen Belastungen verursachen erst leichte Faserrisse und Faserzerrungen, die sich meist schnell wieder regenerieren, erklärt Sorgatz. Ändert sich jedoch nichts an der Arbeitsweise, können Sehnenscheidenentzündungen, dauerhafter Kraftverlust und chronische Bewegungs- und sogar Ruheschmerzen folgen: „Auch wenn die minimalen Verletzungen im Muskelgewebe längst abgeheilt sind, verweigert das Gehirn die Befehle an die Hand“, sagt Sorgatz.

Auch der ergonomischtste Büroplatz hilft nicht bei Stress

Der Büroarbeitsplatz sollte möglichst ergonomischen Kriterien entsprechen. Zum Beispiel „Handballenauflagen vor der Maus und der Tastatur können helfen, und ergonomische Tastaturen mit leicht nach innen gestellten Tasten sorgen für einen geraden Anstellwinkel“, sagt Mertens. Der Seh-Abstand zum Monitor sollte angenehm sein. Hochgestellte Füße der Tastatur dagegen erhöhen den Handanstellwinkel und sind nicht zu empfehlen.

„Aber selbst das beste Umfeld hilft nichts, wenn der Druck zu hoch ist“, meint Mertens. Druck führt zu innerer Anspannung und Stress. „Wer innerlich verkrampft und meint, etwas unbedingt schaffen zu müssen, der ist nicht optimal bewegungsfähig“, fügt Prof. Sorgatz hinzu. Eine funktionierende Stressbewältigung und der richtige Umgang mit Belastung seien hilfreich: „Die innere Ruhe wirkt sich auch auf die Muskeln aus.“

( dpa/jn )