Umwelt

Vorher- und Nachher-Bilder vom Wandel der Welt

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Naturkatastrophen verändern das Erscheinungsbild der Erde. Stürme und Wellen gestalten Küstenlinien um, Vulkane erschaffen Inseln, Menschen verändern die Landschaft ganzer Regionen. Ein neuer Bildband zeigt beeindruckende Beispiele aus aller Welt.

Ständiger Wandel ist ein Kennzeichen der belebten und unbelebten Natur. Manche dieser Veränderungen vollziehen sich extrem langsam. Das Auseinanderdriften der Kontinente, verbunden mit dem Aufreißen neuer Ozeanbecken und dem Auffalten von Gebirgen, dauert Jahrmillionen. Mehrfach in der Erdgeschichte gab es Massensterben von Tieren und Pflanzen, denen die Entfaltung neuer Arten folgte – Ereignisse, die sich ebenfalls über Hunderttausende und Millionen von Jahren hinzogen.

Verglichen damit hat der Mensch die Erde während der vergangenen 2000 Jahre rasend schnell verändert. Staudämme verwandeln kilometerlange Flussabschnitte innerhalb weniger Jahre in große Seen, und Siedlungen entstehen, wo ursprünglich dichter Urwald war. Aber auch rein geologische Vorgänge laufen oft sehr schnell ab. Im November 1963 stieg im Nordatlantik ein Vulkan aus dem Meer und schuf innerhalb weniger Tage südlich von Island eine neue Insel, die den Namen Surtsey erhielt. Nur wenige Stunden brauchen manche Stürme und Wellen, um eine Küstenlandschaft dauerhaft umzuformen. Wirbelsturm „Katrina“ in New Orleans und der Tsunami vom Dezember 2004, der vor Sumatra entstand, sind nur die jüngsten Beispiele.

Solche Veränderungen hat „National Geographic“ im Bildband „Zerbrechliche Erde“ dokumentiert. Vom Weltraum, vom Flugzeug oder vom Boden aus aufgenommen sind Fotografien nebeneinandergestellt, die den Zustand vor und nach einem einschneidenden Ereignis zeigen. Ob Vulkane, Bergrutsche, Überschwemmungen oder das ausufernde Wachstum von Städten, nahezu immer ist es den Autoren gelungen, die Objekte auf den Vorher- und den Nachher-Bildern aus dem gleichen Blickwinkel aufzunehmen. Das erleichtert ungemein die Wahrnehmung. Dem Leser springt die verwandelte Landschaft deutlich ins Auge, und unter allen Fotos wird das Geschehen noch einmal kurz erläutert.

Geologische Phänomene wie Vulkane und Erdbeben sind thematisch in einem Kapitel zusammengefasst, ebenso extreme Wetterereignisse, Dürregebiete und die Eingriffe des Menschen. Wann immer zweckmäßig, sind den Kapiteln kurze Erläuterungen zu den Hintergründen der Thematiken vorangestellt. So ist grafisch dargestellt, wie Erdbeben entstehen und welche Vulkantypen es auf der Erde gibt.

Im Anschluss an den Bilderteil geben Autoren kurze Ausblicke in die Zukunft. Klimawandel, Müllprobleme und weitere Themen werden behandelt. Gefahren, die durch menschliche Aktivitäten entstehen, werden dabei nicht verharmlost. Guy Dauncey, Umweltberater und Buchautor, macht Hoffnung, dass trotz aller Schwierigkeiten große Katastrophen ausbleiben: „Wir können beschließen, unsere zerbrechliche Erde zu lieben und zu beschützen.“