Klimawandel

Ozonloch so groß wie Nordamerika

Das Ozonloch über der Antarktis hat Rekord-Ausmaße erreicht. Es gibt Luftschichten, in denen so gut wie kein Ozon mehr zu finden ist. Dennoch hoffen Forscher, dass sich die Ozonschicht bis zum Jahr 2065 langsam erholt.

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Mit rund 27,5 Millionen Quadratkilometern sei es Ende September so groß wie nie zuvor gewesen, erklärten Experten der US-Raumfahrtbehörde NASA am Donnerstag. Diese Ausdehnung sei größer als die gesamte Fläche von Nordamerika.

In Luftschichten zwischen 13 und 21 Kilometern Höhe gebe es „so gut wie kein Ozon“ mehr, sagte der NASA-Wissenschaftler Paul Newman. Hier seien die schlechten Messergebnisse aus der Zeit von 21. bis 30. September auch von einer weiteren Satellitenmessung am 8. Oktober bestätigt worden. Die Dicke der noch vorhandenen Ozonschicht sei stellenweise um den Faktor 100 zurückgegangen und die ausgedünnte Schicht reiße überall auf.

Die Dicke der Ozonschicht und die Ausdehnung des Ozonlochs über dem Südpol variieren von Jahr zu Jahr. Trotz der jüngsten Rückschläge gehen Wissenschaftler weiter davon aus, dass sich die Ozonschicht bis zum Jahr 2065 langsam erholen dürfte. Sie verweisen dabei auf die reduzierte Anwendung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) dank internationaler Abkommen zum Klimaschutz. Allerdings haben viele Chemikalien eine lange Lebensdauer in der Atmosphäre, so dass ein Abbau dieser schädlichen Substanzen äußerst langwierig ist.

Je dünner die Ozonschicht ist, desto mehr ultraviolette Strahlung erreicht den Boden der Erde. Dies kann empfindliche Pflanzen zerstören, die am Anfang der Nahrungskette stehen. Beim Menschen kann die erhöhte ultraviolette Strahlung zu Hautkrebs, Augenschäden und anderen Krankheiten führen.