Gesundheit

Sitz-Knigge fürs Überwintern im Büro

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Foto: jb/hg / dpa-Zentralbild

Mancher freut sich in den Wintermonaten, dass er einen Bürojob hat. "Auweia!", ruft da spätestens der Rücken. Morgenpost Online gibt Tipps, wie man gut durch den Arbeitstag kommt. Bevor Sie die Rückentipps anwenden, erzählen Sie aber Ihren Kollegen davon – sonst könnte Ihr Ruf leiden.

Die dunkle Jahreszeit hat uns fest im Griff, und immer öfter neigen wir jetzt dazu, es uns drinnen gemütlich zu machen. Doch das ständige Einigeln hat Folgen, denn dem Körper fehlt der aktive Ausgleich in der Freizeit: „Gerade im Winter klagen viele Menschen über Kopf- und Rückenschmerzen“, berichtet Dr. Hans-Joachim Poetsch, Facharzt für Chirurgie und Chirotherapie und Berater der DAK. „Die mangelnde Bewegung belastet unsere Wirbelsäule“. Der Gesundheitsexperte gibt fünf einfache Bewegungstipps, mit denen man gut durch den Arbeitstag kommt – und die sich einfach auf die Freizeit übertragen lassen.

Im Winter schalten wir in punkto Bewegung auf Sparflamme. Am Arbeitsplatz sitzen die meisten von uns ohnehin den ganzen Tag – immerhin 17 Millionen Deutsche verbringen ihren Büroalltag am Schreibtisch. Hinzu kommt: Anstatt auf dem Rad zu frieren, nehmen viele für die Anfahrt lieber das Auto oder die Bahn. Anstelle eines ausgiebigen Spazierganges in der Mittagspause schaffen wir es gerade noch in die Kantine. Da bei Feierabend die Sonne längst untergegangen ist, wird das Joggen kurzerhand durch den Lieblingsfilm auf dem heimischen Sofa ersetzt. „So kommen am Tag schnell 14 Stunden zusammen, die wir im Sitzen verbringen – im Sommer sind es dagegen ,nur’ rund zehn“, erklärt der Experte der DAK.

„Natürlich kann nicht jeder gleich den Job wechseln, um seine Bewegungsbilanz aufzubessern“, weiß der Rückenspezialist. Die täglichen Gewohnheiten lassen sich dennoch leicht verändern, um den Rücken stärker zu entlasten:

Tipp 1: Der rechte Winkel. „Stellen Sie Tisch und Stuhl so ein, dass Arme und Beine etwa im 90-Grad-Winkel sind und die Füße vollständig auf dem Boden stehen – ansonsten kann es zu Durchblutungsstörungen in den Gliedmaßen kommen“, so Poetsch. Der Computerbildschirm sollte zudem gerade vor einem platziert sein, damit Verspannungen im Nackenbereich gar nicht erst entstehen.

Tipp 2: Brust raus, Bauch rein. Sitzen Sie möglichst aufrecht und nehmen Sie dazu die gesamte Stuhllehne in Anspruch. Das vermeidet einen Rundrücken, der die Bandscheiben belastet, und kommt einer ungestörten Atmung und Verdauung zugute.

Tipp 3: Sitzen Sie dynamisch. Langes Stillsitzen belastet die Wirbelsäule mehr als längeres Gehen oder Stehen. „Tun Sie Ihrem Rücken etwas Gutes und verlagern Sie ab und zu das Gewicht auf die eine oder andere Seite“, rät der DAK-Experte. „Ihre Lendenwirbel werden es Ihnen danken!“

Tipp 4: Aufstehen! Man muss nicht alles im Sitzen erledigen. Schlagen Sie sich selbst ein Schnippchen und entfernen Sie Dinge, die Sie immer wieder brauchen, aus Ihrer Reichweite. So müssen Sie sich automatisch bewegen, wenn Sie zum Beispiel zum Telefon oder zum Kopierer wollen. Und: Schauen Sie das nächste Mal persönlich bei den Kollegen vorbei, anstatt sie anzurufen. Das hält den Körper aktiv und fördert nebenbei auch noch das Arbeitsklima.

Tipp 5: Mini-Pausen. Um Verspannungen zu lösen, reichen oft schon Sekunden. Die besonders beanspruchte Schulter- und Nackenmuskulatur wird schnell gelockert, indem man den Kopf nach vorn und zu den Seiten bewegt und die Muskeln sanft dehnt. Die Wirbelsäule wird mit dem „Katzenbuckel“ entlastet: Erst die Schultern nach vorne ziehen und einen Buckel machen, dann den Rücken durchstrecken, bis die Schulterblätter sich fast berühren.

Diese Übungen können auch auf die Freizeit übertragen werden – immer dann, wenn man lange sitzen muss.

( cl )