Medizin

Kuss der Mutter tötet Neugeborenes

Sie dachte, es wäre nur eine Grippe. Als die britische Mutter ihr Neugeborenes küsste, hatte sie keine Ahnung, dass ihr Kind wenige Tage später daran sterben würde. Der Grund: Eine Herpes-Infektion, die sich die Mutter unwissentlich eingefangen hatte. Nicht einmal die Ärzte hatten das Virus erkannt.

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In Großbritannien ist ein Baby gestorben, nachdem seine Mutter es unwissentlich mit dem Herpes-Virus ansteckte – vermutlich durch einen Kuss. Zu diesem Schluss kam ein Untersuchungsrichter am Donnerstag in London. Nach seinen Angaben starb die elf Tage alte Jennifer Schofield an dem weitverbreiteten Lippenherpes; sie hatte sich demnach bei ihrer Mutter angesteckt, die sich zum Ende ihrer Schwangerschaft selbst zum ersten Mal infiziert hatte. Deshalb hätten weder Mutter noch Baby körpereigene Abwehrstoffe gegen das Virus entwickeln können. Die Viren griffen die Organe des Kindes an, nur elf Tage nach seiner Geburt starb es.


Laut Untersuchungsrichter James Adeley erkrankte Jennifers Mutter wenige Tage vor der Geburt an einer Art Grippe. Sie wurde wegen schmerzhafter Mundgeschwüre behandelt. Dass es sich dabei um Herpes handeln könnte, erkannte niemand. Nach Auffassung des Richters trägt jedoch niemand Schuld daran, dass das Virus unerkannt blieb.


Auch ein Jahr nach dem Tod ihrer kleinen Tochter kommt Ruth Schofield über den Verlust nicht hinweg. "Mein Herz ist gebrochen“, sagte die 35-Jährige. Sie will nun auf ihren Fall aufmerksam machen, um das Bewusstsein für das Risiko einer Herpes-Infektion zu wecken.