Medikamentenhandel

Apothekerkammer warnt vor Doping-Plagiaten

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Edgar S. Hasse

Foto: picture-alliance/ ZB / pa/ZB

Doping ist nicht nur bei Leistungssportlern ein Problem – auch Hobbyathleten greifen zu entsprechenden Mitteln. Werden die Präparate im Internet bestellt, wird oft nicht bemerkt, dass sie verbotene und gefährliche Stoffe enthalten. Das birgt gerade für Freizeitsportler besondere Gefahren.

Die Olympischen Spiele in China haben die öffentliche Aufmerksamkeit erneut auf das Thema Doping gelenkt – und jetzt sogar die Hamburger Apothekerkammer alarmiert. Allerdings warnen die Pharmazeuten pünktlich zu den sportlichen Wettkämpfen nicht vor den Dopingfällen im Leistungssport, sondern vor Doping-Plagiaten, die ahnungslose Hamburger Hobbyathleten im Internet kaufen.


„Freizeitsportler bestellen solche Produkte online und gefährden damit erheblich ihre Gesundheit“, sagt Reinhard Hanpft von der Apothekerkammer. Dopingmittel würden nicht nur auf dem Schwarzmarkt, sondern zunehmend über das Internet vertrieben. Zum Teil würden auf der Packung die tatsächlichen im Produkt enthaltenen Substanzen gar nicht erwähnt. Selbst harmlos erscheinende Nahrungsergänzungsmittel illegaler Anbieter können nach Ansicht von Rainer Töbing, Präsident der Hamburger Apothekerkammer, „verbotene und gefährliche Stoffe“ enthalten.

Oft werden Pillen empfohlen



Laut Bundeskriminalamt haben die zunehmenden Dopingfälle im Leistungssport für Hobbyathleten eine negative Signalwirkung. Dabei seien Freizeitsportler besonders gefährdet, da sie im Gegensatz zu den Profis nicht unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle ständen, betont Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins. Experten schätzen, dass zehn Prozent der Hobbyathleten Anabolika nehmen – etwa auch bei den Hamburger Radsportwettkämpfen. Nach jüngsten Forschungen greifen bundesweit mindestens 200.000 leistungsbewusste Freizeitsportler zu Dopingmitteln. Neben den Anabolika werden auch Schmerzmittel, Ephedin sowie das Blutdopingmittel Epo konsumiert, das insbesondere in der Radsportszene missbräuchlich eingesetzt wird. Viele dieser Pillen würden von Mitarbeitern der Fitnessstudios und von Sportfreunden empfohlen und seien im Internet zu bekommen, sagt ein Arzt.

Wer die gefährlichen Präparate konsumiert, muss nach Ansicht von Apothekerkammer-Präsident Töbing mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Leberschäden rechnen. Neben der sogenannten Bodybuilder-Akne führen die hormonähnlichen Substanzen bei längerer Einnahme bei Frauen zu verstärkter Körperbehaarung und bei Männern zu einer Reduktion des Hodenvolumens.