Gesundheits-Tipp

Gegen Schwitzen helfen Chemie oder Heilpflanzen

Schweiß ist zwar manchem unangenehm - aber er hat seinen Sinn. Mehr noch: Schwitzen ist ein lebenswichtiger Mechanismus des Körpers. Aus der chemischen Fraktion helfen Aluminiumchlorid und Botox. Auch eine Heilpflanze tut da Gutes. Die einfachte Regel bleibt immer noch: Wer sich regelmäßig wäscht, stinkt seltener.

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Jeder Mensch besitzt etwa drei Millionen Schweißdrüsen, deren Aufgabe es ist, den Körper abzukühlen, wenn es mal zu heiß wird - mit Schweiß. Obwohl Schweißflecken ärgerlich und manchmal sogar peinlich sind, ist Schwitzen ein lebenswichtiger Mechanismus des Körpers, der bei Wärme, Anstrengung oder psychisch belastenden Situationen ausgelöst wird. Denn Schweiß kühlt nicht nur die Haut, sondern auch das Körperinnere ab. In Extremsituationen ist der Körper in der Lage, bis zu drei Liter Schweiß pro Stunde zu produzieren. Besonders an Händen und Füßen und Achselhöhlen sind sehr viele Schweißdrüsen angesiedelt.

"Ob man denkt, man schwitze ungewöhnlich viel, ist jedoch eine Frage des Lifestyles", sagt Gertraud Kremer, Hautärztin in Berlin. Denn obwohl viele Menschen unter ihrem Schweiß leiden, produzieren nur ein bis zwei Prozent der Menschen in Deutschland krankhaft viel Achselsekret - und zwar unabhängig von Wärme, Tages- oder Jahreszeit. Diese Menschen leiden unter Hyperhidrose.

Menschen, die Achselschweiß unangenehm finden, haben ein paar Behandlungsmöglichkeiten: Alle basieren darauf, die Schweißdrüsen zu deaktivieren oder die Schweißkanäle zu verstopfen. Ohne invasiven Eingriff und trotzdem gut wirksam ist die Aluminiumchlorid-Behandlung. Diese Substanz ist in den meisten Antitranspirantien enthalten und verstopft die Poren. Bis zu fünf Prozent Aluminiumchlorid enthalten Produkte wie beispielsweise Perspirex oder Sweat stop. Höhere Konzentrationen können in der Apotheke gemischt werden. "Diese Antitranspirantien kann man bedenkenlos verwenden", sagt die Medizinerin Kremer. Einziger Nachteil ist die Hautreizung, die durch die Behandlung entsteht. Deshalb sollte es anfangs täglich, dann nur noch drei Mal pro Woche aufgetragen werden.

Auch das Nervengift Botulinumtoxin hilft gegen Schweiß. "Botox hilft nicht nur gegen Falten", sagt Kremer, "sondern es lähmt auch sehr effektiv die Schweißdrüsen." Eine lang andauernde Wirkung, denn Botox hemmt die Schweißproduktion immerhin für ein halbes Jahr, im besten Fall sogar "bis zu zwei Jahre", sagt die Ärztin. Allerdings ist diese Methode nicht gerade kostengünstig, der Preis für eine Behandlung liegt bei etwa 700 Euro.

Wer auf Chemie verzichten will, kann zu Heilpflanzen greifen. "Salbei hemmt die Schweißproduktion", sagt die Ärztin Kremer. Ob als Tee oder Dragee, spielt dabei keine Rolle. Das wirklich Unangenehme am Schweiß, sein Geruch, kann aber auch auf andere Art vermieden werden: Denn der Schweißgeruch entsteht erst, wenn Hautbakterien den Schweiß zersetzen. Wer sich also regelmäßig wäscht, stinkt seltener.