Tierwelt

Gefährliche Quallen verletzen Spanien-Touristen

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Foto: oceana

Tödliche Gefahr an Spaniens Küsten: Im warmen Ozean lauern Millionen von Quallen mit ihren ätzenden Nesselzellen. Dutzende Menschen mussten bereits behandelt werden. Auf Mallorca verdirbt zudem ein giftiger Fisch den Urlaubern den Badesspaß.

An einem Strand nahe Jávea an der ostspanischen Costa Blanca haben Sanitäter rund 60 Menschen behandeln müssen, weil sie mit Quallen in Berührung gekommen waren. Das Baden sei daraufhin vorübergehend verboten worden, wie der lokale Rundfunk meldet.

Nach einigen Stunden seien die lästigen Nesseltiere dank der Strömung wieder verschwunden und der Strand sei wieder freigegeben worden. Experten warnen seit geraumer Zeit angesichts der gestiegenen Wassertemperaturen vor einer Quallenplage im Mittelmeer. In Spanien hat es aber eine solche Invasion bislang nicht gegeben. Zahlreiche Leuchtquallen (Pelagia noctiluca) treiben jedoch weiterhin vor den Küsten des Festlands und der Balearen. Aufgrund einer langanhaltenden Hitzewelle in Südeuropa erreichte das Meerwasser schon Ende April und Mai Spitzentemperaturen von 21 Grad – drei Grad über dem Durchschnitt dieser Monate. So heiß war das Wasser seit 22 Jahren nicht mehr, hieß es. Die in riesigen Schwärmen auftretenden Quallen macht der Temperaturanstieg nicht viel aus. Im Gegenteil: Sie vermehrten sich explosionsartig. Der milde Winter begünstigte zudem das Wachstum der Population.

Auf Mallorca hat dagegen ein giftiger Fisch einigen Urlaubern den Badespaß verdorben: In den vergangenen Wochen seien rund 60 Menschen von so genannten Strahlen-Petermännchen (Trachinus radiatus) gestochen worden, berichteten die Rettungsdienste. Diese Fische, in Spanien „Spinnenfisch“ genannt, graben sich auf Beutefang in Strandnähe im Sand ein. Sie gelten als eines der gefährlichsten Tiere Europas. Das Gift ihrer Flossenstacheln löst sehr schmerzhafte Schwellungen aus und kann in Einzelfällen zum Tod führen.

Leuchtquallen gehören mit den Feuer und Mangrovenquallen zur Klasse der Schirmquallen. Die zu 99 Prozent aus Wasser bestehende Quallenart hat einen im Durchmesser etwa 40 Zentimeter großen Schirm und ein Meter lange mit giftigen Nesselzellen gespickte Tentakeln. Normalerweise kommt sie auf offener See – im Mittelmeer und im Atlantik – vor. Mit günstigen Strömungen gelangen die in Schwärmen auftretenden Tiere jedoch auch vor die Küsten.

Sie ernährt sich hauptsächlich von Plankton und kleineren Fischen, die sie mit dem Nesselzellgift betäubt. Der Kontakt mit den giftigen Nesselfäden löst beim Menschen sofort starke Schmerzen aus. Die Haut rötet sich und bildet Blasen, manchmal leiden die Betroffenen auch unter Übelkeit und Erbrechen.

( dpa/hem )