Gesundheit

Asthmatiker in Tokio erhalten Entschädigung

Elf Jahre haben Hunderte asthmakranker Bewohner von Tokio darauf gewartet: Ein Gericht hat ihnen eine Entschädigung zugestanden. Im Jahr 1996 hatten sie geklagt, weil die Autoabgase in der Stadt ihre Krankheit verursacht oder verschlimmerten hätten.

Sie hatten vor allem die Rußpartikel aus Dieselfahrzeugen dafür verantwortlich gemacht. In erster Instanz gestand ein Gericht ihnen zu, dass die Regierung dies zu verantworten habe - die Autohersteller seien aber nicht zur Rechenschaft zu ziehen.

Die höhere Instanz hat dies nun revidiert: Auch die Autohersteller, darunter Toyota, Honda und Nissan, müssen Entschädigung bezahlen. Sie wurden zu einer Einmalzahlung in Höhe von umgerechnet 7,8 Millionen Euro verpflichtet, dazu 21,5 Millionen Euro für ein Fünfjahres-Gesundheitsprogramm. Die japanische Regierung und die Tokioter Regionalregierung müssen noch einmal 78 Millionen Euro beisteuern.

Rußpartikel aus Dieselfahrzeugen werden von Medizinern eindeutig als gefährdend für die Atemwege eingestuft und auch für Todesfälle verantwortlich gemacht. Es ist dies aber das erste Urteil dieser Art. Vergleichbar ist allenfalls die Entschädigung von rund 450 00 Euro, die ein US-Amerikaner 2002 von seinem Arbeitgeber erhalten hatte. Er hatte während als Diesellokomotiv-Führer Asthma bekommen.