Sportwissenschaften

Profi-Ausdauersport kann dem Herzen schaden

Morgenpost Online/AFP

Sport ist nicht per se gesund: Herz-Spezialisten raten Athleten zu rechtzeitigen Untersuchungen.

Intensiver Ausdauersport kann bei Profi-Sportlern das Herz nachhaltig schädigen. Eine hohe sportliche Belastung kann unabhängig von den genetischen Voraussetzungen die Verschärfung einer Herzschwäche bewirken, wie eine Studie belgischer Forscher ergab, die am Montag in der Fachzeitschrift „European Heart Journal“ veröffentlicht wurde. Eine Gruppe von Wissenschaftlern um den Kardiologen Hein Heidbuchel untersuchte mehrere Männer im Alter von 18 bis 55 Jahren. Darunter waren 22 Leistungssportler mit Herzproblemen, 15 gesunde und zehn Nicht-Sportler. Die Leistungssportler betrieben Ausdauersport wie Radfahren, Laufen oder Fußball. Wie die Studie ergab, wurden bei 82 Prozent der über Herzprobleme klagenden Sportler unregelmäßige Schläge in der rechten Kammer gemessen. Nach Angaben der Forscher pumpte das Herz bei ihnen weniger Blut in die Kammer als bei den Gesunden.

Bereits seit längerem ist bekannt, dass zum Beispiel Teilnehmer der Tour de France häufig die schwere Herzrhythmusstörung des Kammerflimmerns entwickeln. Nach Ansicht Heidbuchels unterstreicht das Ergebnis der Studie nun die Theorie, dass anstrengender Ausdauersport besonders die rechte Herzkammer schädigen kann. Der Kardiologe ermahnte Leistungssportler, sich sofort untersuchen zu lassen, sobald sie etwa unter Kurzatmigkeit litten. „Es scheint eine Grenze zu exisitieren, bis zu der das Herz körperliche Anstrengung vertragen kann.“ Einmal erlittenen Herzschäden seien irreversibel und könnten für Leistungssportler das Ende der Karriere bedeuten.