Klimawandel

China und Indien bestimmen die Zukunft

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Der Kampf gegen die Erderwärmung droht verloren zu gehen: Der Energieverbrauch der "neuen Giganten der Weltwirtschaft" wird bereits in naher Zukunft verheerende Auswirkungen auf das Klima haben, wenn die Staatengemeinschaft nicht radikal gegensteuert, warnt die IEA..

Ohne eine rasche und konzertierte Kursänderung würde der Energiebedarf bis 2030 um mehr als 50 Prozent zunehmen, heißt es in der Studie der Internationale Energie-Agentur (IEA), die am Mittwoch in London vorgestellt wurde. Knapp die Hälfte dieses Anstieges gehen auf China und Indien zurück. „Wie diese beiden Staaten auf die wachsenden Bedrohungen ihrer Energiesicherheit reagieren, wird den Rest der Welt betreffen“, sagte IEA-Direktor Nobuo Tanaka.

Weil fossile Brennstoffe im globalen Energiemix vorherrschend bleiben, werden auch die CO2-Emissionen dramatisch ansteigen. Bei einer Fortsetzung der derzeitigen Politik werden es bis 2030 bis zu 57 Prozent sein. „Selbst wenn alle Maßnahmen umgesetzt würden, die derzeit rund um den Globus in Erwägung gezogen werden, würden die Emissionen dann um ein Viertel höher sein als heute“, schreiben die Experten. Dabei müsste der CO2-Ausstoß im selben Zeitraum auf 23 Gigatonnen gesenkt werden, um den durchschnittlichen Temperaturanstieg auf 2,4 Grad zu beschränken.

Obwohl sich führende Staats- und Regierungschefs verpflichtet haben, die Energienutzung in Zukunft zu ändern, hat sich der Ausblick der IEA im Vergleich zum Vorjahresbericht verschlechtert. „Wir brauchen jetzt einen radikalen Wechsel zu Investitionen in saubere, effizientere und sicherere Technologien“, sagte Tanaka in London.

Die 1974 gegründete IEA berät ihre 26 Mitgliedsstaaten in Energiefragen. Neben Australien, Kanada und den USA gehören ihr auch 19 europäische Staaten an. Der Schwerpunkt des diesjährigen Ausblicks liegt auf China und Indien. China wird in diesem Jahr vermutlich die USA als größter CO2-Emittent überholen - drei Jahre früher als noch vor einem Jahr prognostiziert. Indien wird der IEA zufolge bis 2015 der drittgrößte Treibhausgasproduzent sein.

Das starke Wachstum und der steigende Wohlstand in den beiden Ländern hätten zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität geführt, sagte IEA-Chef Tanaka. Er sprach von einem legitimen Bestreben, das vom Rest der Welt unterstützt werden müsse. Die meisten anderen Länder würden von den Boom-Nationen wirtschaftlich profitieren.

Doch neben den dramatischen Bedrohungen für das Klima sieht die Agentur auch die Energiesicherheit gefährdet: Die Ölversorgung werde sich weiter auf den Mittleren Osten konzentrieren. „Ein Angebotsengpass bis 2015 mit einem abrupten starken Anstieg der Ölpreise kann nicht ausgeschlossen werden“, heißt es in dem Bericht. Als Alternative zu Öl, Gas und Kohle empfiehlt die Agentur neben erneuerbaren Energien auch den Ausbau der Kernenergie.

( AP/OC )