Umwelt

Holzheizungen schonen das Klima – und sind ungesund

Holzheizungen sind nach Ansicht von Experten gut für das Klima, aber schlecht für die Gesundheit. Die meisten Öfen stoßen zuviel Feinstaub und Stickoxide aus - Atemwegs- und Herz-Kreislauf- Erkrankungen drohen. Österreichische Forscher fordern nun gesetzliche Grenzwerte.

Foto: chromorange

„Holz ist bereits heute ein lufthygienisches Problem“, sagte der Umweltexperte Albert Hackl von der Technischen Universität Wien. Da auch wegen der aktuellen Klimaschutzdebatte immer mehr Menschen von Öl- und Gasheizungen zu der erneuerbaren Energie Holz wechselten, sei mit wachsenden Gesundheitsgefahren zu rechnen.

Ein 99 Euro Ofen aus dem Baumarkt emittiere deutlich zu viel gesundheitsschädlichen Rauch, sagte Manfred Neuberger von der Medizinischen Universität Wien. Es bestehe ein direkter Zusammenhang von Holzrauch und einer Zunahme von Atemwegs- und Herz-Kreislauf- Erkrankungen. Schon heute sei das Feinstaub-Problem bei der Holzverbrennung mit der Feinstaub-Gefahr durch den Straßenverkehr vergleichbar.

Eine in Deutschland geplante Regelung zum Feinstaubausstoß aus Holzöfen kritisierten die Experten als nicht weitreichend genug. Nach einem Verordnungsentwurf des Bundesumweltministeriums soll möglicherweise schon ab dem nächsten Jahr in Deutschland neben den momentan 14 Millionen Holzöfen kein Ofen mehr in Betrieb gehen, der mehr als 100 Milligramm pro Kubikmeter Feinstaub ausstößt. Ab 2015 soll dieser Grenzwert auf 40 Milligramm abgesenkt werden.

„Selbst die 40 Milligramm sind weiterhin wesentlich zu viel“, sagte Neuberger. Die Wissenschaftler empfahlen einen Grenzwert von 20 Milligramm für Einzelöfen und 15 Milligramm für Zentralheizungen. Es gebe bereits Öfen auf dem Markt, die nur 5 Milligramm Feinstaub pro Kubikmeter ausstießen.

Die Pressekonferenz der Österreichischen Akademie der Wissenschaften wurde von Demonstranten unterbrochen, die den Experten eine Nähe zur Öllobby vorwarfen. „Wir sagen auf keinen Fall nein zu Holzheizungen, wir wollen nur gesetzliche Grenzwerte zur Feinstaubemission“, sagte Hackl. Er und seine Kollegen fühlten sich nur der Wissenschaft verpflichtet.