Psychologie

Schon Babys entziffern Papas Gesichtsausdruck

Foto: 90052/KPA/Hochheimer / KPA

Schon mit drei Monaten lassen sich Babys von der Mimik ihrer Eltern beeinflussen. Bislang war man davon ausgegangen, dass dies erst ab dem Ende des ersten Lebensjahres passiert. Nebeneffekt: Die Ergebnisse der Studie an der Hirnaktivität könnten auch in der Erforschung von Autismus hilfreich sein.

Schon drei Monate alte Babys werden laut einer Studie von dem Gesichtsausdruck ihrer Eltern stark beeinflusst, selbst wenn diese ihr Kind nicht direkt anschauen. „Früher dachte man, Babys könnten erst gegen Ende ihres ersten Lebensjahres Gesichtsausdrücke der Eltern in Bezug auf andere Dinge in ihrer Umgebung wahrnehmen“, sagte Erstautorin Stefanie Hoehl vom Max- Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig. Je nachdem, ob der Erwachsene beim Anblick auf ein Objekt erschrocken oder neutral geschaut hatte, reagierte auch der Säugling mit mehr oder weniger Aufmerksamkeit auf den Gegenstand.

„Das heißt, mit drei Monaten haben sie schon den Gesichtsausdruck der Eltern als Warnsignal wahrgenommen“, erläuterte Hoehl. Bereits Säuglinge würden demnach durch Angstausdrücke in ihrer Wahrnehmung beeinflusst. Die Ergebnisse der Studie könnten auch in der Erforschung von Autismus hilfreich sein, sagte Hoehl. „Menschen mit dieser Erkrankung haben gerade im Bereich der Interaktion mit anderen Personen große Schwierigkeiten und das ist normalerweise in jungem Alter meist schwer herauszufinden“.

In der Studie hatten Babys Bilder von Menschen gesehen, die ängstlich oder neutral auf neue Objekte schauten. Dabei wurde die Hirnaktivität der Säuglinge elektrophysiologisch gemessen. Die Studie wird im Online-Journal „PLoS ONE“ veröffentlicht.

( dpa/cl )