Neue Theorie

Giftalgen sollen Ende der Dinos besiegelt haben

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: picture alliance / empics / pa

Über die Ursachen für das Aussterben der Dinosaurier und vieler anderer Tier- und Pflanzenarten streiten sich Experten bis heute. Nun warten US-Geologen mit einer ganz neuen Theorie auf: Das Massensterben vor 65 Millionen Jahren wurde demnach durch wuchernde Blaugrünalgen ausgelöst.

Ursache des Artensterbens vor etwa 65 Millionen Jahren waren nicht ein Meteoriteneinschlag oder vulkanische Aktivitäten, sondern offenbar Algen, die giftige Stoffe produzieren. Das zumindest behaupten Forscher der amerikanischen Clemson Universität. Die Wissenschaftler warnen, der gegenwärtige Klimawandel begünstige die Giftalgen und bedrohe damit auch die heutige Artenvielfalt.


Die Frage, warum die Dinosaurier damals zusammen mit vielen anderen Tier- und Pflanzenarten plötzlich dahingerafft wurden, spaltet Wissenschaftler seit Jahren vor allem in zwei Lager: Ein Teil der Forscher sieht die Ursache im Einschlag eines großen Meteoriten. Demnach verdunkelte der durch den Himmelskörper aufgewirbelte Staub die Sonne und verursachte unter anderem durch den folgenden Kälteeinbruch das globale Artensterben. Andere Experten vermuten dagegen, Vulkane hätten damals enorme Mengen Gase und Staub in die Atmosphäre geschleudert und so das Klima verändert.


Mit einer ganz neuen Erklärung warten nun der Geologe James Castle und der Ökotoxikologe John Rodgers auf. Sie leiten aus der Analyse pflanzlicher Ablagerungen aus jener Zeit den Schluss ab, dass so genannte Blaugrünalgen in ausreichender Menge wucherten, um andere Pflanzen und Tiere in großer Zahl absterben zu lassen. Diese Algen bilden giftige Stoffe, und nach der Blüte verbrauchen die vermodernden pflanzlichen Reste zudem noch Sauerstoff.


Das Artensterben sei zu allmählich erfolgt, um auf eine plötzliche Katastrophe wie einen Meteoriten oder Vulkanausbrüche zurückzugehen, betonte Castle auf einem Kongress in Portland. Diese mögen den Rückgang der Artenvielfalt beschleunigt haben, aber das eigentliche Massensterben gehe auf das Konto der Algen.


Beunruhigend ist, dass die Forscher Parallelen zwischen der damaligen und der heutigen Entwicklung durch den Klimawandel sehen. Denn für das Wachstum der Organismen, die Wärme, Kohlendioxid und eine gute Nährstoffversorgung brauchen, herrschen derzeit ideale Bedingungen. Die Zahl und Ausbreitung solcher Algen, die Giftstoffe produzieren, nehme zu, mahnen die Wissenschaftler in der Zeitschrift„Environmental Geosciences“.


(Quelle: „Environmental Geosciences“, Vol. 16, S. 1-23)

.

.

( ap/oc )