Innovation

Maschine wäscht mit nur einem Liter Wasser

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Foto: xeros

Britische Forscher haben eine Waschmaschine entwickelt, die mit nur einem mit nur einem Liter Wasser pro Waschgang und gerade einmal zwei Prozent der Energie herkömmlicher Maschinen auskommt. Der Trick: Zusammen mit der Wäsche wirbeln viele kleine Plastikchips in der Trommel.

Eine heute gängige Waschmaschine verbraucht pro Kilogramm Kleidung etwa 35 Liter – und dazu große Energiemengen um das Wasser zu erhitzen und die Wäsche anschließend zu trocknen. Forscher an der Universität Leeds haben nun ein Gerät erfunden, dass pro Waschgang nur einen Liter Wasser verbraucht.

Grund für den geringen Wasser- und Energieverbrauch der neuen Maschine sind einem Bericht des Magazins „Technology Review“ zu Folge viele kleine Plastikkörnchen, die mit der Wäsche mitgewirbelt werden und schmutziges Wasser direkt aufsaugen können. Weiteres Wasser zum Durchspülen oder Schleudern wird nicht benötigt.


Außerdem kommt die Wäsche fast ganz trocken aus der Trommel, was weiteren Strom für einen Trockner spart. Etwa 20 Kilo solcher Körnchen werden im Rücken der Waschmaschine aufbewahrt, während des Waschvorgangs in die Wäsche entlassen und danach wieder auf dem Trommelboden angesammelt. Auf Grund der Saugfähigkeit der Körnchen reicht eine Füllung für etwa 100 Waschladungen.


Die Kleidung werde bei der ganzen Prozedur ebenso sauber und frisch wie bei einer normalen Maschine, versichern die Erfinder.

„Wir haben gezeigt dass sie alle Arten alltäglicher Flecken mit nur einem kleinen Anteil des Wassers entfernen kann, den eine herkömmliche Maschine benötigt. Sogar Kaffeeflecken und Lippenstift“, sagt Stephen Burkinshaw, Professor für Textilchemie an der Universität Leeds und Entwickler des neuen Reinigungsverfahrens.

Die neue Waschmaschine, die sich äußerlich kaum von einer normalen unterscheidet, soll bereits nächstes Jahr zuerst in Großbritannien, langfristig aber auch weltweit auf den Markt kommen. „Unser Ziel ist es unsere Geräte überall auf der Welt zu einem Preis anzubieten, den ein normaler Bürger bezahlen kann“, sagt Rob Rule, Geschäftsführer der Firma Xeros, die 2007 extra zum Vertrieb der neuen Technologie gegründet wurde. Er hält den Einsatz der Plastikkörnchen in der Waschmaschine für eine der außergewöhnlichsten Technologien der letzten Jahre. Xeros habe das Potenzial Milliarden Liter Wasser jährlich zu sparen.

Doch nicht nur im Haushalt soll die neue Plastikkörnchentechnologie zum Einsatz kommen, auch für kommerzielle Reinigungen stellt sie laut Hersteller „eine interessante Alternative zu chemischen Reinigungsmitteln dar“. Viele Lösungen sind gesundheitsschädlich und wurden in einigen US-Bundesstaaten bereits verboten.

Ziel der Firma Xeros ist es diese schädlichen, teils krebserregenden Mittel durch das neue Verfahren zu ersetzen.