Tierplagen

Australier sollen jetzt wilde Kamele verspeisen

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Erst Kängurus, dann Agakröten, jetzt wilde Huftiere: Australiens fragile Ökosysteme werden immer wieder von explosionsartig anwachsenden Tierpopulationen bedroht. Nirgendwo sonst auf der Welt leben derzeit mehr Wildkamele. Nach dem Willen von Umweltexperten sollen die Tiere nun zum Schutz der Umwelt gegessen werden.

Australische Forscher haben den Konsum von Kamelfleisch als Beitrag zum Umweltschutz gepriesen. Auf diese Weise lasse sich die Zahl der außer Kontrolle geratenen wildlebenden Kamele verringern, teilte Murray McGregor vom Wüsten-Forschungszentrum mit. „Esst noch heute Kamel, ich habe es auch getan“, sagte er der australischen Nachrichtenagentur AAP. „Das Fleisch ist köstlich. Es schmeckt ein bisschen wie Rindfleisch. Es ist sehr mager und damit ausgesprochen gesunde Kost“. Das Forschungszentrum plant am Mittwoch eine Grillparty für ranghohe Beamte in Canberra, bei dem es Kamelfleisch servieren will.


Die Forscher kommen in einer dreijährigen Studie zu dem Ergebnis, dass die mehr als eine Million Wild-Kamele in Australien inzwischen eine Gefahr für die Umwelt darstellen. Sie bringen demnach das fragile Ökosystem der Wüsten aus dem Gleichgewicht und richten auch bei der Wasserversorgung schweren Schaden an. Die Höckertiere wurden im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts als Lastenträger auf den Kontinent gebracht, bevor Lastwagen und Güterzüge die Arbeit übernahmen. Seitdem leben sie in freier Wildbahn.


Im Kampf für den Umweltschutz kommen australische Wissenschaftler immer wieder auf ungewöhnliche Ideen: Erst im Oktober hatte der Umweltberater der Regierung angeregt, statt Schafen und Rindern Kängurus zu verspeisen, um den Klimawandel aufzuhalten. Die vom Zuchtvieh ausgestoßenen Gase trügen erheblich zu den Kohlendioxid-Emissionen des fünften Kontinents bei, warnte er – dagegen sei der Methangasausstoß von Känguruhs verschwindend gering.

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