Biologie

Wie sich Ameisen dem Klimawandel anpassen

Foto: wikipedia

Im Vergleich zu brasilianischen „Land-Ameisen" sind Blattschneider-Ameisen aus der Mega-Metropole São Paulo wahre Hitzekünstler. Die Temperaturen liegen dort um zwölf Grad höher als im Umland. Forscher sehen darin ein Modell wie sich die Inseketen dem Klima anpassen.

Wie sich Tiere an den steigenden Temperaturen anpassen, dafür haben US-Forscher ein Beispiel gefunden: Blattschneider-Ameisen. Genau genommen ist es ein Modell für diese Anpassung, denn die Biologen von der Indiana State University in Terre Haute verglichen die Hitzetoleranz von Ameisen in der brasilianischen Mega-Metropole São Paulo mit der von „Land-Ameisen“. Bekanntlich sind Großstädte Wärmeinseln. Bis zu zwölf Grad höher sind die Temperaturen als im Umland, denn Städte produzieren mehr Abwärme und nehmen Sonnenwärme stärker auf.

Die Forscher um Michael Angiletta maßen, wie schnell die Tiere bei hohen Temperaturen ihre Fähigkeit verloren, sich zu bewegen, und starben („Knock-out-Widerstand“). Dies gilt als Indikator für Hitzetoleranz. Die Tiere aus São Paulo verloren sehr viel später ihre Mobilität als solche aus dem kühleren Umland, bei einer Temperatur von 42 Grad Celsius überlebten sie 20 Prozent länger.

Diese Beobachtung decke sich mit jenen, die man bei Tierarten machte, die in wärmeren oder kälteren Höhenregionen leben. Allerdings hatten sich die Blattschneider-Ameisen von São Paulo in nur wenigen Jahrzehnten an die neuen Bedingungen angepasst, wie die Biologen im Fachmagazin „PLoS one“ berichten.

( wom )