Gesundheit

Wenn Waschen, Legen und Fönen krank machen

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Foto: JM CL**FK** RH**FK** / AP

Reinigungsmittel, Schmiermittel, Chemikalien, Farbstoffe: Hautkrankheiten sind die häufigsten Berufskrankheiten überhaupt. Insgesamt erkranken In Deutschland jährlich bis zu 20.000 Menschen an berufsbedingten Allergien.

In Deutschland erkranken jährlich 15.000 bis 20.000 Menschen an berufsbedingten Allergien. „Hautkrankheiten sind die häufigsten Berufskrankheiten überhaupt“, erklärte Peter Elsner, Direktor der Hautklinik des Universitätsklinikums Jena, gestern vor Beginn des 2. Weltkongresses zu berufs- und umweltbedingten Allergien in Weimar. Die Gefahr lauert demnach in Reinigungs- und Schmiermitteln, Friseurchemikalien und Farbstoffen. Auch Nickellegierungen oder Handschuhe aus Naturlatex können für Menschen, die tagtäglich in ihrem Beruf damit in Berührung kommen und zu geröteter Haut, Juckreiz und Entzündungen führen.

Etwa jeder siebte Erwachsene wird laut Elsner einmal im Laufe seines Berufslebens von berufsbedingten Allergien geplagt. Besonders betroffen sind demnach Berufsgruppen, die häufig mit Wasser oder Chemikalien in Berührung kommen, allen voran Friseure, Bäcker und Köche. Aber auch im Gesundheitswesen, im Reinigungssektor oder der Metallverarbeitung sind diese Erkrankungen verbreitet. Für Patienten sind damit erhebliche Einschnitte in ihrer Lebensqualität verbunden. Im Extremfall kann es zum Verlust des Arbeitsplatzes und zur Berufsunfähigkeit kommen.

Elsner sieht einen großen Nachholbedarf in der Ursachenforschung und Diagnostik berufsbedingter Allergien und Ekzeme. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer von Krankheitsfällen aus, da viele Menschen aus Angst um ihren Arbeitsplatz nicht zum Arzt gingen. Zudem werde nicht immer die Ursache für ein Handekzem im beruflichen Umfeld gesucht.

In Deutschland und Europa sei etwa ein Anstieg von Hautkrebs zu beobachten. Bislang werde er nur als Berufskrankheit anerkannt, wenn er durch Stoffe wie Ruß, Pech oder Teer verursacht worden sei, sagte Elsner. Aber auch Berufsgruppen, die viel im Freien unterwegs sind, wie Postboten, Landwirte oder Streifenpolizisten hätten ein höheres Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Ursache sei die schädliche UV-Strahlung. „Diese Fälle müssen als Berufskrankheit anerkannt werden“, forderte Elsner.

( AFP/OC )