Innovation

Hellste Leuchtdiode der Welt entwickelt

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Anja Gröber

Foto: picture-alliance / dpa / IAF

Lichtingenieure setzen neue Maßstäbe: Sie haben eine weiße Leuchtdiode (LED) entwickelt, die in Helligkeit und Effizienz alle bisherigen Rekorde bricht. Die nur einen Quadratmillimeter große LED ist leistungsstärker und erzeugt fast doppelt so viel Licht wie derzeit auf dem Markt erhältliche Modelle.

Eingesetzt werden sollen die neuen LEDs, zusammengeschaltet zu einem Strahler, beispielsweise als Straßenlaternen oder Tischlampen. Aufgrund ihrer hohen Leistungsfähigkeit wären sie jedoch auch zur allgemeinen Raumbeleuchtung in Küche oder Wohnzimmer denkbar. "Vor drei Jahren waren LEDs noch nicht hell genug, um als gerichteter Strahler oder zur Flächenbeleuchtung eingesetzt zu werden", sagt Michael Fiebig, Marketingleiter bei Osram, einem Siemens-Tochterunternehmen . "Mit unserem Produkt haben wir nun eine Grenze überschritten, die eine Anwendung auch im Alltagsbereich möglich macht." Bereits in zwei bis drei Jahren könne die LED-Technologie, die bisher nur in sehr engen Nischenbereichen eingesetzt wird, einen breiteren Markt erobern.

Leuchtdioden strahlen anders als eine Glühbirne nicht durch einen glühenden Draht, sondern aufgrund eines Halbleitermaterials, das bei angelegter Spannung Licht aussendet. Dies verschafft ihnen einige Vorteile. So strahlen LED-Strahler Licht gerichtet und in einer Farbe ab, die die Umgebung besser sichtbar macht als herkömmliche Glühbirnen. Leuchtdioden in Straßenlaternen könnten daher die Sicherheit im Verkehr erheblich erhöhen. Zudem sind LEDs um einiges kleiner als herkömmliche Lichtquellen und können somit zu vielen verschiedenen Farb- und Helligkeitskombinationen zusammengeschaltet werden. So könnte ein Kunde in naher Zukunft in seinem Wohnzimmer beispielsweise per Knopfdruck verschiedene Farbatmosphären erzeugen, die er zuvor selbst programmiert hat.

Der größte Vorteil der LEDs im Vergleich zu anderen Lichtquellen liegt jedoch in ihrer Effizienz und Lebensdauer. So ist die neue Osram-Leuchtdiode etwa neun Mal so effizient wie eine Glühbirne und hält 30 bis 50 Mal so lang. Mit LEDs betriebene Lampen würden daher weniger Strom verbrauchen und müssten seltener gewartet werden, was einiges an Energie und Kosten spart. Zudem heizen sich LED-Lampen nicht auf, weswegen weniger Energie für Kühlsysteme aufgewendet werden muss.

Die nächsten Schritte bestehen Fiebig zufolge nun darin, Privatkunden und Firmen mit den Anwendungsmöglichkeiten und der Betriebsweise der neuen Technologie vertraut zu machen.