Forschung

Kinderwunsch nach Krebs lässt sich erfüllen

WELT.de/cl

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Junge Menschen können immer öfter von Krebs geheilt werden. Ein deutsches Experten-Netzwerk bietet Hilfe, wenn sie dann Eltern werden möchten.

Dank der modernen Medizin werden heutzutage immer mehr junge Menschen von ihrem Krebsleiden geheilt. Doch häufig kann eine Chemo- und Strahlentherapie Eierstöcke oder Hoden unrettbar schädigen und so zur Unfruchtbarkeit führen. Ohne Problem können die Spermien von Männern vor einer Krebsbehandlung für eine spätere Befruchtung eingefroren werden. Auch bei jungen Frauen gibt es Maßnahmen zur Erhaltung der Fruchtbarkeit. Die sind jedoch teils noch im Erprobungsstadium. "Diese Möglichkeiten werden derzeit auch nicht flächendeckend angeboten", sagt Professor Hans van der Ven, Direktor der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Bonner Universitätsfrauenklinik.

So können nach einer 14-tägigen Hormonstimulation befruchtete oder unbefruchtete Eizellen bei minus 196 °C unbegrenzt konserviert werden - heutzutage die Methode der Wahl. Ein Schockgefrierverfahren - die so genannte Vitrifikation - kann die Erfolgschancen noch erhöhen. Dabei bilden sich keine Eiskristalle, die eine Eizelle schädigen können. "Bei traditionellen Verfahren überlebt nur jede zweite Eizelle das spätere Auftauen", sagt Professor van der Ven. Derzeit wird dieses neue Verfahren nur in Bonn und Lübeck angeboten.

Doch eine Hormonbehandlung verzögert die Krebstherapie. Alternativ lassen sich daher auch Eierstockgewebe oder unreife Eizellen einfrieren. Zudem kann ein Eierstock bei einer lokalen Strahlentherapie kurzfristig chirurgisch verlegt werden. Eine weitere Option ist der Schutz der Eierstöcke bei einer Chemotherapie durch Medikamente.

"Auch wenn wir nicht allen betroffenen jungen Frauen eine spätere Schwangerschaft garantieren können, sollten wir alle möglichen Maßnahmen ergeifen", sagt Professor van der Ven. So will das Deutsche Netzwerk für fertilitätsprotektive Maßnahmen bei Chemo- und Strahlentherapie "FertiProtekt" neue therapeutische Optionen entwickeln, bereits in die klinische Praxis eingeführte Therapien optimieren und flächendeckend in Deutschland anbieten.