Innovation

Ein Bett, das sich auf Knopfdruck selbst macht

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Seine Trägheit hat Enrico Berruti zum Erfinder gemacht. Er entwickelte ein Bett, das sich morgens auf Knopfdruck selber macht. Nun will er seine Idee vermarkten – genau wie seine rund 720 Erfinderkollegen aus 45 Ländern, die derzeit in Genf auf der Erfindermesse ausstellen.

„Ich bin ein bisschen faul, deshalb habe ich mir etwas ausgedacht, das mir die Arbeit abnimmt“, berichtet der Italiener stolz. Drei Jahre hat er an seinem Prototypen gearbeitet, bei dem ein Gewinde an den Bettseiten auf Knopfdruck das Federbett glattzieht und Gurte das Laken straffen. Vielleicht sei seine Erfindung nützlich für Leute mit Rückenproblemen, sagt Berruti.

Die Messe in der Schweiz ist schon für manchen kreativen Kopf zur Goldgrube geworden: Bereits 2006 wurden nach Angaben der Veranstalter Deals zwischen Erfindern und Unternehmen im Wert von umgerechnet 19,2 Millionen Euro ausgehandelt, 2007 waren es schon 25,6 Millionen. Erfindermessen-Chef Jean-Luc Vincent sagt, immer mehr Unternehmen suchten außerhalb des eigenen Konzerns nach neuen Ideen. So hole sich Procter & Gamble rund 40 Prozent seiner Innovationen von außen. „Die alte Vorstellung ist überholt, dass eine Erfindung, mit der ein Unternehmen Profit machen will, aus der eigenen Technologieabteilung stammen sollte“, erläutert Vincent.

Die Erfindungen auf der Genfer Messe reichen von Nahrungsmitteln wie einem alkoholfreien Biergelee über Hochtechnisches wie ein Bohrgerät für geologische Unterwasser-Expeditionen bis hin zu Autoteilen, die beim Paralleleinparken helfen.

Wei Feng, der sich die Einparkhilfe ausgedacht hat, sagt, in seiner Heimat China gebe es enorme Parkprobleme - die gequälten Einparkversuche seiner Landsleute hätten ihn auf die Idee gebracht. Fengs rollerähnliches Gerät soll, am Autounterboden montiert, das Fahrzeug in die Lücke gleiten lassen. Seine Erfindung sei viel billiger als die eingebauten Einparkhilfen der Autokonzerne, sagt Feng: „Sie würde nur etwa 400 Dollar (rund 256 Euro) pro Wagen kosten.“ Jetzt hofft er, dass seine Innovation in Serie geht - schließlich musste Feng seine Anreise in die Schweiz aus eigener Tasche zahlen.

( AFP/OC )