Studie

Männer sind auch im Alter noch hungrig nach Sex

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Man hat es bereits geahnt, doch Wissenschaftler nennen jetzt Zahlen: Für Männer hört der Spaß am Sex auch im Alter nicht auf. Reifere Frauen denken dagegen weit weniger häufig an Sex. Dies liegt aber nicht an ihrem Alter, sondern am Stand ihrer Beziehung – nur halb so viele Frauen wie Männer haben mit 70 einen Partner.

Knapp sieben von zehn Männern, aber nur vier von zehn Frauen zwischen 57 und 85 Jahren geben an, dass sie oft an Sex denken und auch noch Sex haben, wie eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Chicago ergab.

„Wir müssen die Tatsache stärker berücksichtigen, dass Sex im fortgeschrittenen Alter eine Möglichkeit bleibt“, sagte der Soziologe Edward Laumann, der die Untersuchung leitete. Sexuelle Aktivität sei „ein sehr wichtiger Faktor“ für das persönliche Wohlbefinden, für gefühlsmäßige Zufriedenheit und für die Lebensqualität. Für das Sexleben älterer Frauen kann es demnach übrigens förderlich sein, täglich ein wenig Alkohol zu trinken.


Dass ältere Frauen sexuell weniger aktiv sind, lässt sich laut Laumann vor allem dadurch erklären, dass viele in diesem Alter verwitwet seien oder einen älteren Mann hätten, der kein großes Interesse mehr an Sex habe. Während 70 Prozent der 70-jährigen Frauen keinen Partner mehr hätten, seien nur 35 Prozent der gleichaltrigen Männer allein.

Die sexuellen Schwierigkeiten der Frauen hätten im Grunde aber wenig mit ihrem Altern zu tun. Sie hingen eher mit gesundheitlichen Problemen wie Übergewicht, mit Stress und mit dem Stand ihrer Beziehung zusammen, sagte der Wissenschaftler, der mit seinen Mitarbeitern 3000 ältere Menschen zu ihrem Sexleben befragte.

Während es bei Männern als Anregung schon reiche, viel an Sex zu denken, sei für Frauen vor allem eine gute Beziehung zu ihrem Partner wichtig, um sexuelle Probleme zu vermeiden. „An der Häufigkeit, mit der man an Sex denkt, lässt sich der Drang zur Lust hervorragend messen“, erklärte der Forscher. Nachzulesen ist die Untersuchung in der August-Ausgabe der US-Fachzeitschrift „Journal of Sexual Medicine“.

( AFP/OC )