Europa öffnet Artenschmuggel Tür und Tor

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In Europa boomt das illegale Geschäft mit bedrohten Tieren. Mit dem Verkauf bestimmer Arten werden Spitzenpreise von bis zu 30.000 Euro pro Tier erzielt. Der Artenhandel ist eine der größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt unseres Planeten, warnt der WWF.

Madagassische Schnabelbrustschildkröte, Lear Ara, Hyanzinth-Ara, Palmkakadu und einige Pythonschlangen zählen zu den Arten, für die in Europa Preise zwischen 2000 und 30.000 Euro gezahlt werden. Angesichts riesiger Gewinnspannen schrecken viele Händler auch vor illegalen Praktiken nicht zurück. Das Risiko, beim illegalen Handeln erwischt zu werden, ist gering.

Naturschützer befürchten, dass der Artenschmuggel in Europa nach der EU-Erweiterung und der Lockerung der innereuropäischen Grenzkontrollen weiter zunehmen wird: „Dem Schmuggel mit seltenen Tier und Pflanzenarten sind die Türen nach Europa weit geöffnet, denn die neue EU-Grenze im Osten ist noch voller Schlupflöcher“, warnt WWF-Artenschutzexperte Volker Homes.

Rumänien und Bulgarien im Fokus

Vor allem bei den EU-Beitrittsländern Rumänien und Bulgarien klaffen große Lücken bei der Kontrolle des Artenhandels. Der WWF fordert deshalb eine schärfere Gesetzgebung, mehr und gut ausgebildete Zöllner und eine bessere Zusammenarbeit der Artenschutzbehörden auf EU-Ebene.

In einer aktuellen Studie hat „Traffic“, das Artenschutzprogramm des WWF, 15 zentral- und osteuropäische Staaten auf den illegalen und legalen Handel mit Tier- und Pflanzenarten untersucht. Zentral- und Osteuropa ist die Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten, die in Westeuropa selten geworden oder bereits ausgestorben sind. Die Studie belegt, dass Rumänien und Bulgarien in den illegalen Handel mit geschützten Arten nur wenig oder gar nicht eingreifen.

So sind Bulgarien, Rumänien, aber auch Polen und die Türkei wichtige Ausfuhrländer für Kaviar. Der Handel mit dem kostbaren Rogen des vom Aussterben bedrohten Störs ist jedoch gesetzlich streng geregelt. Dennoch werden immer noch große Mengen Kaviar nach Deutschland und Frankreich geschmuggelt.

Tierhandel hat Volumen von acht Milliarden Euro jährlich

Aber auch Landschildkröten, exotische Vogelarten und Reptilien gehören zu den Arten, die in Osteuropa illegal gehandelt werden. „Der Artenhandel ist eine der größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt unseres Planeten“, so Volker Homes. Der WWF schätzt das weltweite Volumen des illegalen Handels auf fünf bis acht Milliarden Euro jährlich. Europa gilt dabei als einer der wichtigsten Märkte für gefährdete Tier- und Pflanzenarten.