Umweltzerstörung

Industrie nutzt den Regenwald stärker als Bauern

Jährlich werden ca. 13 Millionen Hektar Regenwald zerstört. Den größten Gewinn streichen sich die Konzerne ein. Die Kleinbauern bekommen nur einen Mindestanteil. Eine zunehmende Nachfrage nach Getreide und Biokraftstoff und der steigende Lebensstandard in Entwicklungsländern führt zur steigenden Ausbeutung der Umwelt.

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Die Hintergründe der Regenwaldabholzung ändern sich. Den Hauptanteil des Gewinns am Holzeinschlag haben nicht mehr viele Kleinbauern, sondern einige große Konzerne. Das schreibt William Laurance vom Smithsonian Tropical Research Institute in Panama.


Angaben der Vereinten Nationen zufolge werden jährlich schätzungsweise 13 Millionen Hektar Regenwald zerstört. Diese Zahl verschleiert jedoch den Wandlungsprozess von der kleinbäuerlichen Subsistenzwirtschaft (für den eigenen Lebensunterhalt) hin zur profitorientierten Unternehmenswirtschaft.

Zunehmende Nachfrage

Nach Ansicht von Laurance und Rhett Butler, der für eine Internet-Website über den tropischen Regenwald arbeitet, sind der globale Finanzmarkt und der weltweite Rohstoffboom mitverantwortlich für die Ausbeutung der Umwelt durch die Konzerne. Die zunehmende Nachfrage nach Getreide und Biokraftstoff sowie der steigende Lebensstandard in Entwicklungsländern würden diese Tendenz noch verstärken.

Dieser Trend sei zwar nicht begrüßenswert, schaffe aber gleichzeitig Raum für neue Möglichkeiten des Gegensteuerns. Beispielsweise ergäben sich für Umweltorganisationen verbesserte Bedingungen. Es sei einfacher, Lobbyarbeit gegen eine Handvoll globaler Unternehmen zu betreiben als gegen Millionen armer Bauern, argumentiert Laurance. Konzerne würden eher Rücksicht auf Umweltbelange nehmen. Erste Erfolge seien bereits erzielt worden. So haben beispielsweise große Finanzfirmen wie Goldman Sachs oder Citigroup ihre Bedingungen für die Vergabe von Darlehen geändert, nachdem sie durch Umweltaktivisten unter Beschuss geraten waren.